ÖSV-Asse schwer geschlagen

Zagreb-Slalom

ÖSV-Asse schwer geschlagen

Der Schwede Andre Myhrer gewann, bester Österreicher war Reini Herbst als Achter.

Auf dem Bärenberg landeten zur großen Überraschung gleich zwei Schweden auf dem Podest. Mattias Hargin, der sich als 30. gerade noch für das Finale qualifiziert hatte, katapultierte sich auf Rang drei nach vorne. Er machte mit 27 Positionen Verbesserung den größten Sprung, den je ein Rennläufer in einem Slalom geschafft hat. Den bisherigen Rekord hielt seit Adelboden 2007 der Schweizer Marc Berthod mit 26 Plätzen (27 auf 1).

Föhn setzte der Piste zu
Andre Myhrer, dessen bisher einziger Sieg vier Jahre zurückliegt (Dezember 2006 in Beaver Creek), fand es "großartig, hier gesiegt zu haben". Dass Mattias Hargin solange geführt habe, sei auch gut für sein Selbstvertrauen gewesen, meinte das Geburtstagskind vom kommenden Dienstag. Nach dem ersten Lauf hatte Olympiasieger und Zagreb-Vorjahrestriumphator Giuliano Razzoli aus Italien vor Kostelic und Raich geführt, er fiel auf schlechter werdender Piste, der der Föhnsturm von Stunde zu Stunde mehr zugesetzt hatte, aber wie so viele Läufer zurück und musste sich am Ende mit Platz vier begnügen.

Erste Punkte für Herbst
Anstatt Rangverbesserungen mussten auch die rot-weiß-roten Läufer Einbußen hinnehmen. Nach zwei Ausfällen heimste Herbst seine ersten Slalompunkte in der WM-Saison ein. Nach Platz sieben im ersten Durchgang, in dem der Salzburger "teilweise zu sehr mit der Bremse" gefahren war, wurde es dann der achte Rang. "Meine Leistung war heute grundsätzlich nicht so schlecht. Darauf kann ich aufbauen. Nun will ich mich von Lauf zu Lauf steigern", meinte der Verteidiger der kleinen Kristallkugel.

Raich geschwächt

Von 3 auf 10 rutsche der Tiroler Raich zurück, der allerdings geschwächt und nach durchwachter Nacht an den Start gegangen war. Schuld war ein verdorbener Magen. "Ich habe beim Essen was Schlechtes erwischt und deswegen in der Nacht nicht richtig schlafen können. Ich habe auch gebrochen", meinte der Pitztaler zur Halbzeit. Im Finale spürte er dann die fehlende Energie und Spritzigkeit. "Die Piste hat natürlich auch ein 'bissl' nachgelassen, es war nicht optimal. Mit dem Platz bin ich nicht zufrieden, aber nach letzter Nacht habe ich geglaubt, dass ich gar nicht starten kann", erklärte Raich.

Hirscher erkältet
Marcel Hirscher (von 10 auf 15) hatte seit dem Parallel-Event am Sonntag in München mit einer schweren Erkältung gekämpft und bis zum Renntag nicht trainiert. "Mir hat heute die letzte Kraft gefehlt", sagte der sichtlich angeschlagene Salzburger. Ins Klassement schafften es noch Weltmeister Manfred Pranger (fiel von 15 auf 18 zurück) und Wolfgang Hörl (von 23 auf 28), der im Finish gerade noch einen Ausfall vermied.

Schönfelder-Comeback
Zu den Nicht-Qualifizierten zählten Rainer Schönfelder bei seinem Comeback (49./3,28 Sekunden zurück) und Mario Matt (39./2,30). "Es war viel schwieriger, als es vorher ausgesehen hat. Bei der Besichtigung war es glatt, jetzt war der Schnee durch den Föhn total schnittig", sagte der Kärntner Schönfelder, der sich nicht nur mit den Spuren abgekämpft, sondern dem auch die Länge des Rennens zu schaffen gemacht hatte. "Aber irgendwann muss ich ja wieder anfangen", meinte der Langzeitverletzte.

Video: Andre Myhrer im 2. Durchgang

Video: Ivica Kostelic im 2. Durchgang

Video: Reini Herbst im 2. Durchgang

Video: Benni Raich im 2. Durchgang



Video: Razzoli im 1. Durchgang

Video: Ivica Kostelic im 1. Durchgang

Video: Benni Raich im 1. Durchgang

Endstand Slalom Zagreb:

1. Andre Myhrer (15) SWE 01:52.74
2. Ivica Kostelic (4) CRO +00.10
3. Mattias Hargin (9) SWE +00.36
4. Giuliano Razzoli (10) ITA +00.40
5. Cristian Deville (21) ITA +00.65
6. Ted Ligety (16) USA +00.73
7. Julien Lizeroux (3) FRA +01.00
8. Reinfried Herbst (2) AUT +01.02
9. Manfred Mölgg (14) ITA +01.08
10. Benjamin Raich (1) AUT +01.09
11. Mitja Valencic (18) SLO +01.18
12. Jean-Baptiste Grange (7) FRA +01.19
13. Stefano Gross (50) ITA +01.20
14. Axel Baeck (23) SWE +01.35
15. Marcel Hirscher (6) AUT +01.45
16. Felix Neureuther (8) GER +01.47
17. Jens Byggmark (30) SWE +01.55
18. Manfred Pranger (12) AUT +01.60
19. Marc Gini (19) SUI +01.63
20. David Chodounsky (33) USA +01.80
21. Kjetil Jansrud (32) NOR +01.81
22. Kalle Palander (41) FIN +01.88
23. Lars Elton Myhre (20) NOR +01.91
24. Maxime Tissot (46) FRA +01.99
25. Leif Kristian Haugen (54) NOR +02.00
26. Akira Sasaki (25) JPN +02.07
27. Matic Skube (37) SLO +02.42
28. Wolfgang Hörl (49) AUT +03.01
29. Steve Missillier (17) FRA +03.31
30. Silvan Zurbriggen (5) SUI +22.60