Während draußen noch eher Eiskratzer als Grillzange gefragt ist, denkt die Grillbranche bereits an den Sommer. Weber stellt seine Neuheiten für 2026 vor. Der Fokus liegt dabei klar auf einem Thema, das viele aus der Küche längst kennen: Smart Cooking – nur eben draußen am Rost.
Dass ein Grill per App überwacht wird oder sich die Temperatur automatisch reguliert, klingt für manche noch nach Spielerei. Doch genau hier setzt der aktuelle Trend an: mehr Kontrolle, weniger Stress und vor allem reproduzierbare Ergebnisse, egal ob Steak oder 20-Stunden-Brisket.
Vom Thermometer bis zum Grill: alles vernetzt
Kern der neuen Weber-Welt ist ein durchgängiges System aus Grills, Thermometern und einer App. Die Idee dahinter: Temperaturfühler, Grill und Smartphone sprechen miteinander, melden, wenn etwas fertig ist – oder wenn eingegriffen werden muss.
Besonders spannend sind die neuen kabellosen Grillthermometer. Sie stecken direkt im Fleisch, messen die Kerntemperatur und senden die Daten an den Grill oder ans Handy. Damit lassen sich nicht nur Steaks oder Fisch, sondern auch Braten, Hähnchen am Drehspieß oder sogar Gerichte im Backofen überwachen. Das lästige Kabelgewirr gehört damit der Vergangenheit an.
Für alle, die lieber ein Display als ein Smartphone verwenden, gibt es zusätzlich einen neuen Smart Hub – eine Art Steuerzentrale, die mehrere Thermometer gleichzeitig anzeigen kann.
Holzkohlegrillen wird smart
Ein echtes Novum ist der erste smarte Holzkohlegrill von Weber. Der neue „Performer“ bringt eine automatische Temperaturregelung in ein Segment, das bisher stark von Erfahrung und Gefühl lebte. Über eine gesteuerte Luftzufuhr hält der Grill die gewünschte Temperatur konstant, auch über viele Stunden hinweg.
Das ist besonders für sogenannte „Long Jobs“ interessant: Brisket, Pulled Pork oder Rippchen, die zehn, fünfzehn oder sogar zwanzig Stunden bei niedriger Temperatur gegart werden. Statt nachts mehrmals aufzustehen, übernimmt hier die Technik die Kontrolle.
Wer bereits einen klassischen Weber-Kugelgrill besitzt, kann diese Technik übrigens nachrüsten: Ein neuer smarter Steuerungsring wird zwischen Kessel und Deckel gesetzt und regelt ebenfalls die Luftzufuhr automatisch.
Auch Gasgrills bekommen mehr Köpfchen
Auch im Gasgrill-Bereich wird nachgerüstet. Die beliebten GENESIS- und SPIRIT-Modelle bekommen smarte Versionen mit digitalen Thermometern, WLAN und Bluetooth. Damit lässt sich nicht nur die Grillraumtemperatur überwachen, sondern auch das Grillgut selbst – etwa über angeschlossene Temperaturfühler.
Zusätzlich wurden die Grills funktional weiterentwickelt: größere Seitentische, modulare Halterungen für Schneidebretter, Küchenrolle oder Abfallbehälter.
Spielerei oder echter Mehrwert?
Natürlich bleibt Grillen auch 2026 Handwerk, Feuer und Gefühl. Doch gerade bei größeren Stücken Fleisch oder bei empfindlichen Garpunkten kann Technik helfen, Fehler zu vermeiden. Wer schon einmal ein teures Steak zu lange liegen ließ oder ein Brisket zu früh vom Grill nahm, weiß: Temperatur ist alles.
Smart Grilling bedeutet dabei nicht, dass der Mensch ersetzt wird – sondern dass man sich mehr auf Gäste, Beilagen oder einfach das Zusammensitzen konzentrieren kann, während der Grill im Hintergrund mitdenkt. Und auch wenn die Grillsaison offiziell noch auf sich warten lässt: Die Richtung ist klar. Der Sommer 2026 wird nicht nur heiß, sondern auch smart!