EU-Regelung

Reisende aufgepasst: Was an Flughäfen bald nicht mehr erlaubt sein soll

Was heute noch an fast jedem Flughafen ganz selbstverständlich dazugehört, könnte schon bald verschwinden. Neue EU-Regeln betreffen etwas, das Millionen Reisende regelmäßig nutzen. Warum das Aus droht und was dahintersteckt, lesen Sie hier.

Wer öfter fliegt, kennt es: Kurz vor dem Check-in stehen da diese Maschinen, die Koffer in mehreren Lagen Plastik einwickeln. Für ein paar Euro wird das Gepäck versiegelt - angeblich sicherer, sauberer, besser geschützt. Doch genau mit diesem Service könnte an europäischen Flughäfen bald Schluss sein.

Erste Airports weisen Reisende bereits darauf hin, dass diese Praxis nicht mehr den neuen EU-Richtlinien entspricht. Und langfristig ist klar: Das, was dort seit Jahren angeboten wird, steht vor dem Aus.

Warum das am Flughafen überhaupt so beliebt wurde

Das sogenannte „Gepäck-Wrapping“ soll Koffer vor Kratzern, Schmutz, Regen, aufplatzenden Reißverschlüssen und sogar vor unbefugtem Zugriff schützen. Gerade Vielreisende oder Menschen mit empfindlichen Koffern schwören darauf.

Reisende aufgepasst: Was an Flughäfen bald nicht mehr erlaubt sein soll
© Getty Images

Das Problem: Das Material ist eine Form von Einweg-Kunststoffverpackung. Und die bringt gleich mehrere Nachteile mit sich.

Plastik, Aufwand und ein Entsorgungsproblem

Wer schon einmal versucht hat, dieses Material nach der Landung zu entfernen, weiß: Das ist kein Zen-Moment. Die Folie reißt, bröselt, klebt und hinterlässt oft Rückstände.

Offiziell gehört sie in die Gelbe Tonne, also in den Kunststoffmüll. In der Realität fehlt an vielen Flughäfen aber eine saubere Mülltrennung. Die Folge: Die Folie landet häufig im Restmüll und wird verbrannt. Das bedeutet mehr CO2, mehr Ressourcenverbrauch und mehr Plastikverschmutzung. Kurz gesagt: viel Müll für einen sehr kurzen Zweck.

Was die EU jetzt ändert

Die Grundlage für das kommende Aus ist die neue Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) – die neue EU-Verordnung zu Verpackungen und Verpackungsabfällen. Auf sie haben sich EU-Parlament und Mitgliedstaaten bereits 2024 geeinigt.
Das Ziel:

  • weniger Verpackungsmüll
  • weniger Einwegplastik
  • mehr Kreislaufwirtschaft

Im Rahmen dieser Verordnung werden schrittweise verschiedene Einweg-Kunststoffverpackungen an Flughäfen verboten. Dazu zählen auch jene Folien, die aktuell für Koffer und Taschen verwendet werden.
Die Regelungen sollen nach und nach in Kraft treten. Spätestens ab 1. Januar 2030 soll das vollständige Verbot gelten. Bis dahin wird es Übergangsfristen geben, deshalb ist das Angebot aktuell noch an vielen Flughäfen zu sehen.

Was das für Reisende bedeutet

  • Kurzfristig: Sie werden dem Service wohl noch begegnen.
  • Langfristig: Er wird verschwinden.

Für Reisende heißt das auch: Andere Lösungen werden wichtiger. Robuste Koffer, wiederverwendbare Schutzhüllen, integrierte Gurte, Schlösser oder textile Cover könnten das ersetzen, was bisher aus Einwegplastik bestand.

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