Empörung

"Schande" – Sam Dylan schießt scharf gegen ESC-Star JJ

Eine unkonventionelle Gratulation im Zuge der feierlichen Pokalübergabe beim Eurovision Song Contest erhitzt gegenwärtig die Gemüter in den sozialen Netzwerken und entfacht eine heftige Debatte über den guten Ton. 

Während Bulgariens frischgebackene Song-Contest-Siegerin Dara nach ihrem Triumph noch sichtlich um Fassung rang, schritt Vorjahressieger JJ zur feierlichen Pokalübergabe auf die Bühne. Die Freude über den Erfolg seiner Nachfolgerin stand dem Sänger ins Gesicht geschrieben – sie gipfelte jedoch in einer emotionalen, wenngleich unorthodoxen Wortwahl. Vor einer innigen Umarmung rief er Dara lautstark zu: „Bitch, ich wusste, du würdest gewinnen. Ich liebe dich! Herzlichen Glückwunsch”.

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Was von vielen als humorvoller, moderner Kosename innerhalb der Szene interpretiert wurde, stieß andernorts auf herbe Kritik. Insbesondere Reality-TV-Darsteller Sam Dylan zeigte sich ob des verbalen Ausfalles tief erzürnt. Via Instagram teilte er die entsprechende Sequenz und verlieh seinem Unmut deutlich Ausdruck, indem er fragte: „Wie kann man so wenig Respekt vor dem ESC und der Gewinnerin haben.”


 

Dylan findet JJs Worte niveaulos

Für Dylan hat der saloppe Begriff, der im alltäglichen Sprachgebrauch zwar vermehrt eine humorvolle oder gar liebevolle Transformation erfährt, auf der traditionsreichen Bühne des Eurovision Song Contest keinerlei Daseinsberechtigung. Er wertet die Formulierung ungeachtet moderner Trends als grobe Respektlosigkeit und polterte auf der Social-Media-Plattform weiter, dass das Wort, selbst wenn man es als vogue empfinde, einfach eine Beleidigung und niveaulos bleibe. So könne man auf der Straße oder in einer Realityshow reden, aber nicht beim ESC, wo die ganze Welt zuschaut. Zudem sparte Dylan in seiner Tirade nicht mit persönlichen Spitzen gegen den Vorjahressieger, den er in seinem Beitrag auch direkt verlinkte, und wetterte, dass dieser echt "eine Schande" sei und so etwas wie er den ESC sogar hosten wollte. Gott sei Dank sei das nicht passiert, er solle erst einmal lernen, sich richtig auszudrücken.


 

Eine offizielle Reaktion seitens des ESC-Siegers von 2025 steht bislang noch aus, doch in den Kommentarspalten spiegelt sich die tiefe Uneinigkeit der Anhängerschaft wider. Während namhafte Unterstützung aus Dylans eigenem Branchenumfeld einlief, plädierten andere Stimmen vehement für mehr Gelassenheit. So pflichtete etwa Reality-Kollegin Tanja Tischewitsch dem Kritiker bei und gestand, sie sei so schockiert gewesen und habe gedacht, sie höre nicht richtig. Eine weitere Nutzerin stieß ins selbe Horn und monierte, das Ganze sei Fremdscham pur und einer glamourösen und so wichtigen Bühne, wie dem ESC, nicht würdig gewesen, weshalb sie eine Entschuldigung für unbedingt angebracht halte.

Unverständnis im anderen Lager

Demgegenüber konnten viele Follower die Aufregung überhaupt nicht nachvollziehen. Unter dem Beitrag war unter anderem zu lesen: „Hä? Man merkt doch, dass er sich freut?” Ein anderer Kommentar mahnte ebenfalls zur Verhältnismäßigkeit, denn man könne es auch übertreiben. Wenn man sich ein paar Videos ansieht, erkenne man ganz schnell, dass sich die beiden sehr gut miteinander verstanden haben. Auch auf der Plattform Twitter sorgte JJs Auftritt eher für Belustigung als für Empörung, wobei vor allem der vermeintliche Mikrofon-Fauxpas amüsiert kommentiert wurde. Dort hieß es kurz und bündig, es sei lustig, wie JJ bei der Pokalübergabe laut „Bitch” gerufen habe, da er wohl sicher nicht gewusst habe, dass das Mikrofon eingeschaltet war, was den Moment schlichtweg legendär mache.

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