Schräger Prozess

"Bitterlich betrogen!" Ex-Bond-Girl Ursula Andress verklagt jetzt einen Toten

Die Schauspielerin sei um ein Millionenvermögen betrogen worden. Sie unternimmt jetzt rechtliche Schritte gegen ihren Berater, der mit 67 Jahren verstorben ist. 

Ein Schock trifft die Schweizer Schauspiel-Legende Ursula Andress (89) mitten ins Herz: Die einstige Bond-Darstellerin sieht sich als Opfer eines ausgeklügelten Betrugs – und um einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens gebracht.

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Wie sich nun herausstellt, soll ihr ehemaliger Vermögensverwalter Eric Freymond (†67) über Jahre hinweg rund 18 Millionen Franken (etwa 18,6 Millionen Euro) durch riskante Spekulationen oder zweifelhafte Transaktionen verloren haben – ohne das Wissen und ohne die Zustimmung der Schauspielerin. In Folge dessen hat Andress nun Strafanzeige gegen den Verstorbenen erstattet.

Andress: "Es bringt mich um"

„Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt“, äußert sich das erste Bond-Girl in einem Interview mit dem „Blick“. „Acht Jahre lang wurde ich umgarnt und umworben. Sie haben mich skrupellos angelogen und mein Wohlwollen und Vertrauen auf perfide, ja kriminelle Weise ausgenutzt, um mir alles zu nehmen. Dabei spekulierten sie auf mein Alter! Ich bin so niedergeschlagen.“

Ursula Andress mit Michelle Hunziker im Jahr 2017.

Ursula Andress mit Michelle Hunziker im Jahr 2017.

© Getty Images

Die Folgen dieses Verrats seien tiefgreifend, schildert Andress. Schlaflose Nächte, Angstzustände und heftige Wutausbrüche begleiten sie. „Dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um.“

Im Zentrum des Vorwurfs steht die Anschuldigung, Freymond habe in Andress’ Namen Kunstwerke im Millionenwert erworben, ohne dass sie davon Kenntnis gehabt hätte. Die Werke seien ihr weder präsentiert noch übergeben worden. Laut „Blick“ gehörten die betreffenden Kunstgegenstände allerdings Freymonds Ehefrau. Offensichtlich zielten die Transaktionen darauf ab, Freymond finanzielle Mittel zu verschaffen. Ein Teil von Andress’ Vermögen sei zudem in Aktien geflossen.

Betrug mit System

Das Management der Schauspielerin spricht von einem weitreichenden und komplexen Fall. „Im Rahmen eines Betrugssystems außergewöhnlichen Ausmaßes und außergewöhnlicher Komplexität, an dem zahlreiche Akteure und Strukturen beteiligt waren, wurde ihr ein Großteil ihres Vermögens entzogen, wodurch ihr ein erheblicher Schaden entstand“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Die Justizbehörden im Kanton Waadt seien nun mit der vollständigen Aufklärung betraut.


 

Ursula Andress betont ihr bescheidenes, geordnetes Leben: „Alle wissen, wie exakt und bodenständig ich mein Leben geführt habe, ohne je die Bodenhaftung zu verlieren. Die Tugenden eines Schweizer Mädchens aus Ostermundigen haben mich mein Leben lang geleitet. Wie alle Schweizerinnen und Schweizer habe ich mein Leben lang viel gearbeitet und mein Geld immer gespart.“

Die Schauspiel-Legende zeigt sich zutiefst enttäuscht: „Ich hoffte, so meine letzten Jahre glücklich und mit Gelassenheit verbringen zu dürfen. Und jetzt passiert mir das – ich wurde widerlich betrogen!“

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