Hoppala

Sarah Engels: ESC-Traumkleid wird zur Stolperfalle!

Die deutsche Song-Contest-Teilnehmerin stahl bei der Eröffnung allen die Show. Auf Instagram zeigt sie, dass ihr Traumkleid zwar wunderschön, aber auch extrem unpraktisch war. 

Wien zeigt sich in diesen Tagen von seiner glanzvollsten Seite, doch beim offiziellen Opening des Eurovision Song Contests stahl eine Frau allen die Show: Sarah Engels. In einer Robe, die gleichermaßen zwischen modischem Wagemut und physikalischer Herausforderung oszillierte, avancierte die deutsche Sängerin zum unumstrittenen Gesprächsthema auf dem Wiener Rathausplatz.

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Es war ein Auftritt, der die Grenzen zwischen Haute Couture und Hochleistungssport verschwimmen ließ. Als Sarah Engels am Sonntagabend den türkisen Teppich betrat, stockte den Anwesenden kurzzeitig der Atem. In einem transparenten, blutroten Traum aus Stoff, der wie eine zweite Haut saß, verkörperte sie jene „Girl on Fire“-Aura, die man sonst nur aus Hollywood-Blockbustern kennt.

Hommage an das „Mädchen, das brannte“

Die Inspiration hinter dem spektakulären Look war kein Zufall, sondern wohlüberlegte Inszenierung. Gegenüber der „BILD“-Zeitung gab die Künstlerin Einblick in die Genese ihres Outfits: „Die Idee zu diesem Kleid hatte tatsächlich ich. Umgesetzt hat es dann die wunderbare Designerin Jasmin Erbas aus Berlin.“ Das erklärte Ziel: Eine modische Referenz an das ikonische Flammenkleid der Katniss Everdeen aus The Hunger Games. Und tatsächlich: Engels wirkte, als wäre sie gerade erst den Distrikten entsprungen, um Wien im Sturm zu erobern.

 


 

Die Tücken der Textilie: Ein „Hoppala“ lag in der Luft

Doch so ästhetisch die Kreation auch anmuten mochte, so tückisch erwies sie sich im praktischen Umgang. Wo das Kleid optisch triumphierte, forderte es physisch seinen Tribut. Jeder Meter auf dem Teppich glich einer minutiös geplanten Choreografie; ohne die unermüdliche Hilfe einer Assistentin wäre ein Vorankommen undenkbar gewesen. Es wurde gezupft, gerichtet und drapiert, um das drohende „Hoppala“ – jenes auf dem Red Carpet so gefürchtete kleine Missgeschick – unter allen Umständen zu vermeiden.

Die wahre Reifeprüfung wartete jedoch am Ende des Teppichs: Die Stiegen, die hinauf in das ehrwürdige Rathaus führen. Was für andere Gäste eine Nebensächlichkeit darstellte, wurde für Engels zur alpinen Herausforderung.

Beinahe wäre Sarah Engels über die türkisen Stiegen gestolpert. 

Beinahe wäre Sarah Engels über die türkisen Stiegen gestolpert. 

© Instagram

Baby-Steps zum medialen Gipfelsieg

In ihrer Instagram-Story dokumentierte die Sängerin den beschwerlichen Aufstieg mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Um die Stufen zu bezwingen, musste die Eleganz kurzzeitig der Pragmatik weichen: Seitwärts gedreht, gestützt von ihrer Mitarbeiterin und in winzigen „Baby-Schritten“, erkämpfte sie sich Zentimeter um Zentimeter. Ein Stolperer schien für einen kurzen Moment unvermeidlich, doch die Disziplin siegte über die Schwerkraft.

Man mag sich fragen, ob der Aufwand den Ertrag rechtfertigte. Ein Blick auf das Blitzlichtgewitter und die internationale Resonanz gibt die Antwort: Ein eindeutiges Ja. Der Weg zu den Mikrofonen der Weltpresse war zwar steinig und steil, doch Sarah Engels hat bewiesen, dass sie für den perfekten Auftritt bereit ist, über ihre Grenzen – und jede einzelne Stiege – hinauszuwachsen. Wien hat eine neue Stilikone, auch wenn diese sich nur im Zeitlupentempo fortbewegen kann.

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