Kultur-Clash und Liebesglück im Wiener Rabenhof: Während Matthias Euler-Rolle mit Cornelius Obonya und Fuzzman die Mozart-Welt erschüttert, sorgt Ö3-Star Sylvia Graf mit einem seltenen Auftritt an der Seite ihres Ehemanns Till für die romantischen Highlights des Abends.
Größer könnten die künstlerischen Welten kaum sein, die an diesem Abend im Wiener Theater Rabenhof aufeinandertrafen. Am 9. April feierte die szenische Lesung von Matthias Euler-Rolles Roman »Mozart, die Liebe ist’s allein« eine Premiere, die sich bewusst jedem gängigen Klischee der Hochkultur entzog. Das Konzept: Ein kammerspielerisches Schwergewicht trifft auf die Anarchie der FM4-Szene.
Matthias Euler-Rolle, Kristina Sprenger und Gerald Gerstbauer.
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Wenn Kammerschauspieler Cornelius Obonya gemeinsam mit dem „Schlagerrebellen“ Fuzzman (Herwig Zamernik) und dessen Bassisten Stefan Gfrerrer die Bühne betritt, ist dies kein Zufall, sondern ein kalkulierter Bruch mit den Erwartungen. Autor Euler-Rolle sieht in dieser unkonventionellen Besetzung eine notwendige Erneuerung: „Allein, dass jemand wie ich ein Buch über Mozart schreibt, ist für viele eine Provokation. Wenn dann auch noch mein Freund Fuzzman Mozart spielt, ist das entweder der Untergang der abendländischen Hochkultur, oder einfach etwas noch nie Dagewesenes.“
Dem Autor gehe es vor allem darum, das „öffentliche Image abzupolieren“ und Neues aus dem Aufbrechen von Schubladendenken entstehen zu lassen.
Ein Abend der menschlichen Widersprüche
Cornelius Obonya betonte die tiefe Verankerung dieser Kontraste im literarischen Stoff selbst. Es gehe um das Spannungsfeld zwischen Mozart, Da Ponte und Schikaneder, aber auch um die fragile Dynamik zu Mozarts Frau und seinem Vater. Obonya resümiert: „Menschen, die aus Zufälligkeiten zueinander gekommen sind und sich dann zusammenraufen. Oder eben nicht. Das widerspiegelt das Buch und der ganze Abend im Rabenhof.“
Fuzzman Herwig ZAMERNIK, Cornelius Obonya, Stefan Gferrer
Den wohl radikalsten Zugang zur Figur des Wunderkindes lieferte Fuzzman, der Mozart kurzerhand zum Urvater fast aller modernen Musikgenres erklärte: „Mozart war nicht nur ein Punk. Er war der erste Schlagersänger, der erste Reggae-Gott und überhaupt der Erste in allen Arten von Musik.“
Prominentes Publikum und ein seltener Liebesauftritt
Dass dieses Experiment Neugier weckte, bewies die hochkarätig besetzte Gästeliste im ausverkauften Rabenhof. Unter den Premierengästen fanden sich neben Schauspielerin Kristina Sprenger und ihrem Gatten Gerald Gerstbauer auch Künstlerin Sabine Wiedenhofer sowie Schauspielerin Jutta Fastian. Auch die Politik und Medienwelt waren durch Ex-Kulturminister Josef Ostermayer und ORF-Unterhaltungschef Martin Gastinger prominent vertreten. Zum Schluss gab es Standing Ovations und Jubel aus den prominenten Reihen.
Ö3-Star Sylvia Graf mit ihrem Ehemann Till.
Besonderes Augenmerk der Fotografen galt jedoch Ö3-Moderatorin Sylvia Graf: Sie legte einen ihrer seltenen gemeinsamen Auftritte mit ihrem Ehemann Till hin. Das Paar genoss den Abend sichtlich und wirkte abseits des Blitzlichtgewitters so vertraut wie am ersten Tag – ein herrlicher Kontrast zu den teils dramatischen Mozart-Wirren auf der Bühne.