Die langjährige ORF-Wetter-Moderatorin Christa Kummer spricht nach ihrem Vertragsende offen über schwere Zeiten, Mobbing und heftige öffentliche Kritik während ihrer drei Jahrzehnte beim Fernsehen.
Nachdem ihr Vertrag im September 2025 nach 31 Jahren nicht mehr verlängert wurde, äußert sich die bekannte Wetter-Moderatorin Christa Kummer nun sehr offen in der österreichischen Medienwelt. Im Youtube-Talkformat „Auf dem roten Stuhl“ spricht sie mit Moderator Bernard Egger über die Hintergründe ihrer Karriere. Der Interviewer stellt direkt fest, dass damit eine Ära zu Ende gegangen ist. Kummer blickt im Gespräch auf einen sehr mühsamen Start im Jahr 1994 als erste Frau in der Wetterredaktion zurück und spart dabei nicht mit deutlicher Kritik an den damaligen Zuständen.
Harte Kritik und Hasskommentare
Laut Kummers Schilderungen ging es nach ihren ersten Sendungen im Fernsehen vor allem um ihr Äußeres und nicht um die eigentliche Wettervorhersage. Sie wurde nach eigenen Angaben lange Zeit durch den Dreck gezogen. Besonders verletzende Kommentare wie „Wenn man so fett ist wie Sie, sollte man nicht so enge Kleider tragen“ blieben ihr dauerhaft im Gedächtnis. Während sie heute über diese alten Geschichten lachen kann, führten die Reaktionen damals dazu, dass sie jedes Detail an sich selbst und ihrer Arbeit stark hinterfragte.
Jahrelanges Mobbing im ORF
Neben den Reaktionen der Öffentlichkeit hatte die Moderatorin auch intern mit schweren Bedingungen zu kämpfen. Sie berichtet von mehr als zehn Jahren Mobbing hinter den Kulissen des Senders. Hinzu kam eine große berufliche Unsicherheit, da sie über lange Zeit nur ständige Jahresverträge erhielt. Die Situation beschreibt Kummer so, dass man am Jahresende unter dem Christbaum saß und nicht wusste, ob es im nächsten Jahr mit der Arbeit beim Fernsehen überhaupt weitergeht.
Keine Rache trotz Kritik
Trotz der harten Erfahrungen in Österreich betont die Wetter-Expertin, dass heute die Dankbarkeit für die lange Zeit überwiegt. Sie stellt klar, dass sie keinen Rachefeldzug gegen den ORF führt und nicht beleidigt ist. Dennoch kritisiert sie, dass Frauen in der Branche ganz schnell aussortiert werden, während Männer oft länger bleiben dürfen. Ihr eigenes TV-Ende sieht sie realistisch, da jeder Lebenszyklus einmal ein Ende hat, und sie betont, sich selbst nicht als ausgesondert zu betrachten.