So erfuhr Djuricin von der Beförderung

Exklusiv-Interview

So erfuhr Djuricin von der Beförderung

Vom Co- zum Cheftrainer: Wiener spricht bei Sport24 über Karrieresprung.

"In Gogo we trust", schrieb der SK Rapid auf Facebook und verkündete das, was nur wenige geahnt hatten: Goran Djuricin bleibt auch kommende Saison der starke Mann. Die Wahl fiel mal wieder nicht auf Andreas Herzog. Nicht auf Didi Kühbauer. Oder Urs Fischer. Sportchef Fredy Bickel und das Präsidium vertrauen Djuricin, der vor einigen Monaten noch auf dem Dorfplatz in Ebreichsdorf seine Kommandos gab.

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Damir Canadi holte ihn im November zum Rekordmeister, damals als Assistent. Der Titel-Mitfavorit stürzte immer weiter ab. Canadi musste gehen. Djuricin übernahm im Abstiegskampf. Er führte Rapid ins Cup-Finale und zum Klassenerhalt. Am Mittwoch bekam er die Beförderung. Im Interview gibt er Einblicke in seine Gefühlswelt.

SPORT 24: Herr Djuricin, ich gratuliere zur Beförderung. Wie fühlt sich das an?

Goran Djuricin: Ich verspüre eine gewisse Erleichterung, die Mannschaft, denke ich, auch. Es ist gut, wenn die Spieler vor dem Urlaub wissen, wer danach ihr Trainer ist und alte Gesichter da sind. Für mich bedeutet es nichts anderes, als weiter Gas zu geben und zu arbeiten, die Mannschaft zu entwickeln. Wir wollen Erfolge feiern. Jetzt warten zwei wichtige Meisterschaftsspiele auf uns und dann das Cup-Finale.

SPORT 24: Wie wurde Ihnen die Entscheidung mitgeteilt?

Djuricin: Ich war am Dienstag auf dem Pro-Lizenz-Trainerkurs des ÖFB, als ich eine SMS von Fredy bekam. Er wollte sich mit mir am Abend treffen. Da wusste ich schon, jetzt werde ich erfahren, ob "Ja" oder "Nein". Ich war sehr gespannt. Beim Essen beim Griechen hat er mir gesagt, dass ich Trainer bleibe. Die Freude war riesig. Ich war wirklich emotional.

SPORT 24: In den letzten Tagen gab es Hearings mit einigen Kandidaten. Inwiefern mussten Sie noch den Bewerbungsprozess durchlaufen?

Djuricin: Für mich waren die letzten fünf, sechs Wochen ein Test. Die musste ich statt des Hearings überstehen. Fredy hat sich alles genau angesehen, jede Besprechung, jedes Training. Er war überall dabei. Da konnte er sich ein Bild machen. Ich bin Fredy und der Geschäftsführung sehr dankbar, dass sie mir das Vertrauen ausgesprochen haben, das möchte ich unbedingt zurückzahlen.

SPORT 24: Der ÖFB-Cup-Titel wäre ein guter Start. Rapid trifft am 1. Juni auf Red Bull Salzburg, den überlegenen Meister. Was ist möglich?

Djuricin: Der Cup hat eigene Gesetze. In einem Spiel ist nämlich alles möglich. Wir können jeden in Österreich besiegen - das wissen wir, das weiß die Mannschaft. Im vorletzten Duell mit Salzburg haben wir uns sehr gut verkauft, haben erst nach einem Freistoß-Tor verloren. Das letzte Spiel ging genauso 0:1 aus. Es wird sicherlich eng. Salzburg ist der Favorit. Wenn wir alles raushauen, einen guten Spielplan entwickeln und den umsetzen, haben wir allerdings eine Riesenchance.

SPORT 24: Worauf kommt es in Klagenfurt an?

Djuricin: Auf Zweikämpfe, Aggressivität und Effizienz. Wir sind hungrig und wollen den Titel.

Christoph Köckeis