Wenn FC Liverpool am Dienstag (21 Uhr/live auf Sky) an der Anfield Road auf Paris Saint-Germain trifft, gibt es kein Morgen mehr ohne ein kleines Wunder.
Das 0:2 aus dem Hinspiel in Paris schmerzt – vor allem, weil die Reds dort praktisch nicht stattfanden und ohne einen einzigen Torschuss blieben. Der Titelverteidiger dominierte nach Belieben, reist nun mit breiter Brust zum Rückspiel (im Sport24-Liveticker ab 21 Uhr) an und konnte sich dank eines spielfreien Wochenendes in der Ligue 1 zudem gezielt auf das Rückspiel vorbereiten.
Doch Anfield ist kein gewöhnlicher Ort. Es ist die Bühne für Fußball-Märchen. 2019 etwa schrieben die Reds gegen den FC Barcelona Geschichte: Nach einem 0:3 im Hinspiel folgte ein unglaubliches 4:0 im Rückspiel – der Startschuss zum späteren Titelgewinn.
Nacht der Wahrheit für Slot
Genau an diesen Mythos klammert sich der angezählte Trainer Arne Slot. Noch steht der Klub hinter ihm, noch lebt die Hoffnung. Doch der Druck ist enorm. In der Liga kämpft der Tabellenfünfte weit hinter Spitzenreiter Arsenal um die erneute Champions-League-Qualifikation und im FA Cup setzte es ein bitteres 0:4 gegen Manchester City. Die Königsklasse ist die letzte Titelchance – und sollte auch sie verspielt werden, dürfte sich die Stimmung rund um Slot rasch drehen.
Ein kleiner Lichtblick: die Generalprobe. Mit dem 2:0 gegen Fulham meldete sich der englische Meister am Wochenende zurück, tankte Selbstvertrauen und zeigte zumindest phasenweise wieder alte Durchschlagskraft.
Offensiv-Macht PSG: Kaum zu stoppen
Ganz anders die Pariser. Das Team von Luis Enrique wirkt wie eine perfekt abgestimmte Maschine, stellte im Hinspiel seine Dominanz eindrucksvoll unter Beweis und kommt bereits auf 36 Tore im laufenden Wettbewerb – Bestwert. Auch die jüngste Bilanz spricht mit drei Siegen aus fünf Duellen für PSG.
Und doch: Genau solche Abende sind es, für die Anfield lebt. Für Liverpool ist es die letzte Chance, eine verkorkste Saison noch zu retten. Für PSG dagegen nur ein weiterer Schritt Richtung Finale in Budapest.