Amerikas Hotels schlagen Alarm: Die Buchungen für die WM bleiben bisher völlig aus.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sollte für die USA eigentlich ein touristischer Glücksfall werden. Doch nur wenige Wochen vor Turnierbeginn herrscht in der amerikanischen Hotelbranche Ernüchterung. Statt voller Häuser und explodierender Nachfrage bleiben vielerorts die Buchungen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ein aktueller Bericht der American Hotel and Lodging Association (AHLA) zeichnet ein überraschend pessimistisches Bild – in einigen Städten wird die WM bereits als „Nicht-Ereignis“ bezeichnet.
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Hotels schlagen Alarm
Besonders kritisch ist die Lage offenbar in Kansas City, wo Österreich auf Algerien trifft. Dort berichten fast 90 Prozent der befragten Hotels, dass die Reservierungen nicht nur enttäuschend ausfallen, sondern teilweise sogar schwächer sind als in einem gewöhnlichen Sommer ohne Großveranstaltung. Ähnliche Rückmeldungen kommen aus Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle. Viele Hotelbetreiber hatten auf einen internationalen Besucheransturm gehofft – bislang vergeblich.
Als Gründe nennt die Branche vor allem die schwierigen Einreisebedingungen in die USA. Visahürden, lange Bearbeitungszeiten und geopolitische Unsicherheiten schrecken offenbar viele Fans ab. Hinzu kommen die hohen Reisekosten: Der starke Dollar, teure Flüge und gestiegene Benzinpreise machen die USA für internationale Gäste deutlich unattraktiver als frühere WM-Gastgeberländer. Auch das politische Klima im Land sorgt laut Bericht bei manchen Reisenden für Zurückhaltung.
Kritik an FIFA
Nicht nur die Rahmenbedingungen, auch die Fifa steht in der Kritik. Der Weltverband hatte zunächst große Hotelkontingente reserviert und dadurch bei vielen Betrieben hohe Erwartungen geweckt. Später wurden jedoch bis zu 70 Prozent dieser Reservierungen wieder storniert. Nun versuchen zahlreiche Hotels kurzfristig, die frei gewordenen Zimmer doch noch zu vermarkten.
Nur wenige Austragungsorte wie Miami oder Atlanta melden bislang zufriedenstellende Buchungszahlen. Dort profitieren die Hotels unter anderem von guter internationaler Anbindung und Teamquartieren in der Nähe. Insgesamt bleibt die Stimmung in der Branche jedoch deutlich gedämpft – obwohl die Fifa von einem beispiellosen Ticketinteresse spricht.