Duell mit Vingegaard

Felix Gall rockt Giro d'Italia und liegt auf Platz 3

Radsport-Sensation aus Österreich! Felix Gall liegt beim Giro d'Italia nach neun Etappen sensationell auf dem dritten Gesamtrang. Am ersten Ruhetag zieht der Osttiroler eine furiose Zwischenbilanz, blickt aber mit großem Respekt auf die nächste brutale Aufgabe.

Felix Gall ist auf dem besten Weg, bei seiner ersten großen Rad-Rundfahrt für eine absolute Sensation im Gesamtklassement zu sorgen. Der 28-jährige Osttiroler genoss den ersten Ruhetag beim Giro d'Italia als hervorragender Gesamtdritter. "Es ist ein bisschen eine Momentaufnahme, aber ich liege über den Erwartungen, ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf", bilanzierte das rot-weiß-rote Rad-Aushängeschild am Montag bei einem Online-Medientermin sichtlich gut gelaunt.

Vingegaard schnappt Gall die Etappensiege weg

Galls absolute Giro-Etappensieg-Premiere wurde auf der siebenten sowie auf der jüngsten neunten Etappe jeweils nur von einem echten Giganten verhindert: Jonas Vingegaard. Der Däne gilt als der ganz große Favorit auf den Gesamtsieg und hat aktuell einen Vorsprung von 35 Sekunden auf den Österreicher. In Führung liegt im Moment zwar noch der Portugiese Afonso Eulalio vom Team Bahrain, Experten erwarten jedoch, dass er das Rosa Trikot in den kommenden Tagen abgeben muss.

Gall trauert den knapp verpassten Triumphen dennoch keine Sekunde nach: "Jonas ist neben Tadej Pogacar der beste Rundfahrer. Ich kann gut damit leben, auf ihn ein paar Sekunden zu verlieren." Für sein ambitioniertes Ziel einer Top-Drei-Platzierung in Rom, was für ihn ein absolutes Traumszenario und den nächsten logischen Schritt in seiner Karriere bedeuten würde, müsse bis zur finalen Zielankunft am 31. Mai einfach alles perfekt zusammenpassen.

Müdigkeit und Krankheitswelle im Giro-Peloton

Dazu gehört vor allem die eigene Gesundheit, denn im Fahrerfeld geht im Moment die Angst um. "Was ich gehört habe, sind einige Fahrer im Peloton krank. Es gibt Dinge, die nicht in deinen eigenen Händen liegen, es kann so viel passieren, es gibt aber nichts Bestimmtes, vor dem ich mich fürchten würde", erklärte der Profi vom Team Decathlon AG2R La Mondiale, der nach 2022 zum zweiten Mal beim Giro am Start steht. Bei ihm selbst sei nach den harten Bergen eine gewisse Müdigkeit spürbar, aber es sei "soweit alles im grünen Bereich".

Felix Gall
© Gepa

Großer Bammel vor der Zeitfahr-Prüfung

Die Vorfreude auf die nächste Aufgabe am Dienstag hält sich bei dem Kletterspezialisten allerdings in ganz engen Grenzen. Es wartet ein ungewöhnlich langes, 42 Kilometer langes Einzelzeitfahren von Viareggio nach Massa.

Felix Gall
© Gepa

"Nein, das mag ich eher nicht", gab Gall offen und ehrlich zu seiner Einstellung gegenüber dem Kampf gegen die Uhr zu Protokoll. Obwohl das Team zuletzt intensiv an einer aerodynamisch besseren Position auf dem Zeitfahrrad gearbeitet hat, bleibt der Osttiroler vor seiner insgesamt siebenten Grand Tour realistisch: "Ich erwarte mir keine Wunder. Es wäre schön, wenn ich keinen Platz im Gesamtklassement verliere, ob es sich ausgeht, weiß ich aber nicht."

Um den Verlust in Grenzen zu halten, peilt Gall eine enorme körperliche Leistung an und will das Rennen mit einer brutalen Stärke von 390 oder 400 Watt durchdrücken. Den Kurs hat er am Montag an einem komplett durchgetakteten Ruhetag bereits zwei Stunden lang mit der Spezialmaschine besichtigt. Die nötige Energie für die anstehende Watt-Schlacht holte sich der Osttiroler bei seiner Freundin Maya, die am Ruhetag für die wichtige Entspannung sorgte.

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