FIFA sperrte Beckenbauer für 90 Tage

WM2014

FIFA sperrte Beckenbauer für 90 Tage

Wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Ethikreglement.

Franz Beckenbauer ist von der FIFA provisorisch für 90 Tage für jegliche Tätigkeit im Fußball gesperrt worden. Der Weltverband begründete dies am Freitag mit einem "mutmaßlichen Verstoß" gegen das Ethikreglement. Beckenbauer habe in einer Untersuchung der Ethikkommission nicht kooperiert. Die Sperre wurde auf Antrag von FIFA-Chefermittler Michael Garcia ausgesprochen und gilt ab sofort.

Die Sperre basiert auf Artikel 83 Absatz eins des FIFA-Ethikreglements. Es könne davon ausgegangen werden, dass es zu einem Vergehen gegen das Ethikreglement gekommen sei, erklärte der Weltverband. Die Entscheidung stehe im Zusammenhang "mit der fehlenden Kooperation von Franz Beckenbauer in einer Untersuchung der Ethikkommission, obwohl er wiederholt angefragt wurde", erklärte die FIFA in Brasilia. Der Weltverband geht derzeit Vorwürfen nach, wonach bei den Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland 2018 und Katar 2022 Korruption im Spiel war.

Beckenbauer, der als Exekutivmitglied der FIFA an den umstrittenen Entscheidungen beteiligt war, hatte vor kurzem erklärt, er sehe möglichen Untersuchungen durch die FIFA-Ethikkommission auch zu seinem Wahlverhalten bei der brisanten WM-Doppelvergabe 2018 und 2022 an Russland und Katar gelassen entgegen. "Darüber kann ich mich nur wundern. Ich habe bei der FIFA nur noch einen Berater-Status, bin also kein Kommissionsmitglied mehr und somit nicht verpflichtet, mit Herrn Garcia zu reden", sagte der 68-Jährige Deutsche, der 1974 als Spieler und 1990 als Trainer Weltmeister war, dazu der "Bild"-Zeitung (Mittwoch).

Beckenbauer will auf WM-Besuch verzichten
Angesichts seiner FIFA-Sperre von 90 Tagen will Franz Beckenbauer auf eine Reise zur Fußball-WM nach Brasilien verzichten. "Die WM ist für mich gestrichen, auf die geplante Reise nach Brasilien werde ich verzichten. Ich gehe davon aus, dass ich bei der FIFA nicht mehr willkommen bin", sagte Beckenbauer der "Bild"-Zeitung. Ursprünglich wollte der "Kaiser" vom Halbfinale an bei der WM vor Ort sein.