Waltz und Haneke gewinnen Golden Globes

Triumph in Hollywood

© Reuters, AP

Waltz und Haneke gewinnen Golden Globes

Beide für Golden Globes nominierten Österreicher konnten in der Nacht auf Montag, 18.1. in Los Angeles die begehrten Filmpreise auch tatsächlich nach Hause nehmen: Michael Haneke und Christoph Waltz, beide bereits bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet, setzten ihren Siegeszug bei den zweitwichtigsten US-Filmpreisen fort: "Das weiße Band" von Haneke wurde zum besten nicht-englischsprachigen Film gekürt, Waltz wurde für seine Rolle des SS-Offiziers Hans Landa in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

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Christoph Waltz, Michael Haneke und Sophia Loren
Fotos: (c) Reuters, APA/EPA

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Haneke: "Der Preis gehört auch euch!"
Haneke setzte sich mit seinem eindrücklichen Schwarz-Weiß-Film, der in Norddeutschland vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs den gesellschaftlichen und strukturellen Ursachen von Gewalt nachspürt, gegen Filme aus Italien ("Baaria"), Spanien ("Zerrissene Umarmungen"), Chile ("La Nana") und Frankreich ("Un Prophete") durch und nahm den Preis von Sophia Loren entgegen. Er bedankte sich ausdrücklich bei der fantastischen Crew und den Kinderdarstellern: "Der Preis gehört auch euch!"

Siegeszug
Zuvor hatte "Das weiße Band" neben der Goldenen Palme auch bereits drei Europäische Filmpreise gewonnen. Eine Oscar-Nominierung des von Deutschland eingereichten Streifens gilt nun ebenso wie eine Nominierung von Waltz als wahrscheinlich. Die Nominierungen werden am 2. Februar bekanntgegeben, die Oscar-Gala steigt am 7. März.

Waltz setzte sich gegen Konkurrenz durch
Der in London lebende österreichische Schauspieler Christoph Waltz (53) setzte sich gegen Matt Damon ("Invictus"), Woody Harrelson ("The Messenger"), Christopher Plummer ("Ein russischer Sommer") und Stanley Tucci ("In meinem Himmel") durch. Er nahm seine Auszeichnung von der Schauspielerin Halle Berry entgegen und bedankte sich überschwänglich: "Ich habe Bestätigung gebraucht", sagte Waltz, "und ich habe sie von so vielen wundervollen Leuten bekommen. Ich hätte nie gedacht, dass meine Welt einmal Teil dieser Konstellation sein würde - und ihr habt sie sogar vergoldet." Waltz, der vor dem Tarantino-Film, in dem er als charmant-verschlagener "Judenjäger" Stars wie Brad Pitt an die Wand spielt, einer breiten Öffentlichkeit kaum bekannt war, wird in seinem nächsten Filmprojekt unter David Cronenberg in "The Talking Cure" Sigmund Freud spielen.

Golden Globes - Haneke: "Ich bin ein sturer Mensch"
"Auf meinem Schreibtisch wird's ein bisschen anders aussehen", sagte Michael Haneke bei einer Pressekonferenz nach der Golden Globe-Verleihung auf die Frage, ob und wie der Preis sein Leben verändern wird. Angesprochen auf den Mangel an internationalen Stars in seinen Filmen und ob er nun, da der Preis von Sophia Loren übergeben wurde, zum Beispiel mit ihr reden wollte, konterte der österreichische Regisseur: "In meinen Filmen gibt es immer zuerst die Geschichten und dann die Schauspieler, die man dazu braucht. Das ist der übliche Weg bei mir und nicht umgekehrt."

Tolle Kollegen
Hinzufügen wollte er noch, dass er auch bisher "auch mit ein paar nicht ganz schlechten Schauspielern gearbeitet" habe. Haneke ließ sich die auf Englisch gestellten Fragen übrigens übersetzen und antwortete auf Deutsch. Seinen ebenfalls nominierten Kollegen Pedro Almodovar ("Zerrissene Umarmungen") würdigte Haneke als "großen, großen Regisseur". Bei Preisverleihungen sei es "immer schwierig. Alle die hier nominiert waren, haben erstklassige Filme gemacht. Jede Art von Wettbewerb ist in diesem Beruf komisch, weil man die Qualität des einen nicht gegen die des anderen ausspielen kann."

"Bin ein sturer Mensch und habe mich durchgesetzt"
Ob er in Zeiten des 3-D und scharfer, kräftiger Farben auf der Kinoleinwand mit seinem Vorhaben, "Das weiße Band" in schwarz-weiß zu drehen, auf Widerstand gestoßen sei? "Die Begeisterung war erstmal nicht sehr groß", so Haneke, "aber ich bin ein sturer Mensch und habe mich durchgesetzt."

Waltz - Weitere Zusammenarbeit mit Tarantino: "Ich kann's nur hoffen"
Von Christoph Waltz wollten die Journalisten bei einer Pressekonferenz unter anderem wissen, wo er die vielen im Film gebrauchten Sprachen in dieser Perfektion gelernt habe. "Wie bei meiner ersten Sprache: Ich habe begonnen, zu sprechen", so Waltz knapp. Dass die Rolle des Nazis an ihm haften bleibe und in Zukunft ein Hindernis sein könnte, glaube er nicht. Er werden den Abend gemeinsam mit Regisseur Quentin Tarantino feiern, ob es weitere gemeinsame Projekte gebe, wisse er nicht. "Ich kann's nur hoffen", so Waltz, der sich von den Journalisten mit einem Satz verabschiedete, der durchaus ein Zitat seiner Filmrolle sein könnte: "Thank you very much, it was fun!"

Gewinner
Die Golden Globes werden vom Verein der Auslandspresse Hollywoods in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben. Hier finden Sie die Abräumer des Abends.

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