Rundumschlag

„So dumm kann doch keiner sein": Atze Schröder rechnet mit der Schlager-Elite ab

Comedian Atze Schröder unterzog die Textwelt des deutschen Schlagers einer schonungslosen Prüfung und attestierte populären Hits von Roland Kaiser bis Andrea Berg eine irritierende Mischung aus „Dummheit“ und moralischer Fragwürdigkeit. 

In der jüngsten Ausgabe des Podcasts „Zwischen den Zeilen“ hat der deutsche Comedian Atze Schröder (60) zu einer verbalen Breitseite gegen das Genre des Schlagers ausgeholt. Im Gespräch mit Moderatorin Bettina Böttinger sezierte er populäre Liedtexte und sparte dabei nicht mit Kritik an Inhalten, die er für moralisch fragwürdig und logisch inkonsistent hält.

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Besonderes Augenmerk schenkte Schröder dem Duett-Klassiker „Warum hast du nicht nein gesagt“ von Roland Kaiser und Maite Kelly aus dem Jahr 2014. Der Stein des Anstoßes: Die Zeile „Es lag allein an dir“, die unmittelbar auf den Refrain folgt. Für Schröder stellt dies eine inakzeptable Schuldzuweisung dar. „Ich weiß, man singt da mit, ohne sich Gedanken zu machen, aber das erlöst den Text ja nicht von seiner Dummheit“, konstatierte er gewohnt unverblümt.

Schröder betonte zwar, niemandem die Freude am Schlager vergällen zu wollen, pochte jedoch auf das Recht, derlei Botschaften kritisch zu hinterfragen. Auch das Argument Böttingers, dass ähnliche Titel wie G.G. Andersons „Nein heißt ja“ (2000) aus einer Zeit vor der #MeToo-Debatte stammten, ließ er nicht gelten: „Frauenrechte gingen ja schon immer – und so alt ist das Ding auch noch nicht.“

 


 

Das Dilemma der Andrea Berg

Roland Kaiser selbst zeigte sich bereits in der Vergangenheit von Schröders Kritik unbeeindruckt. In seinem Podcast „My Way“ verteidigte er seinen künstlerischen Zugang und erklärte, sich nie bewusst eingeschränkt zu haben. Körperliche Nähe und Begehren seien für ihn essenzielle Facetten der Liebe, die eben nicht nur aus „Hand in Hand am Strand spazieren gehen“ bestehe.

Doch nicht nur der „Kaiser“ geriet ins Visier der Analyse. Auch Andrea Berg wurde Opfer von Schröders textlicher Sezierung. Er verwies auf ihren Hit „Du hast mich tausendmal belogen“, in dem die Protagonistin Schmerz und Betrug besingt, nur um im Refrain zu beteuern: „Ich würd es wieder tun mit dir heute Nacht“. Schröders vernichtendes Fazit zu diesem inhaltlichen Zick-Zack-Kurs: „So blöd kann doch keine sein.“

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