Zwischen künstlerischem Schiffbruch und kollektiver Schamesröte beim Wiener ESC-Auftakt erwies sich ausgerechnet Go-Jos bestes Stück als Lichtblick für so manchen Fan.
Wien empfing Europa mit offenen Armen, doch was sich am gestrigen Abend im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle abspielte, lässt sich mit dem Begriff „gastfreundlich“ nur schwer umschreiben. Es war ein Abend der verpassten Töne und der medialen Hinrichtung – ein Pop-Comeback, das wohl eher als „Hoppala“ der Sonderklasse in die Geschichte eingehen wird.
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Eigentlich sollte es die triumphale Rückkehr in die Gesangswelt werden: Victoria Swarovski, flankiert von Ostrowski und dem Australier Go-Jo, wollte dem internationalen Publikum zeigen, dass der österreichische Schmäh auch auf der ganz großen Bühne zündet. Doch die Darbietung der Nummer „Opposites“ entpuppte sich als choreografierter Albtraum, der das heimische Publikum und die internationale Fangemeinde gleichermaßen fassungslos zurückließ.
Vernichtendes Urteil im Netz
Was als humoristischer „Intervall Act“ gedacht war, um die Wartezeit bis zur Punktevergabe zu verkürzen, wurde in den sozialen Netzwerken binnen Minuten zerpflückt. Während man in der Stadthalle noch versuchte, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, wurde online scharf geschossen. Das Urteil der Zuschauer fiel gnadenlos aus: „Österreich, bitte gewinnt nie wieder den Song Contest“, hieß es dort vielerorts. Kritiker sparten nicht mit Superlativen des Missfallens und titulierten das Trio gar als die „schlimmsten Hosts ever“.
Es scheint, als hätte man den Bogen der Selbstironie so weit überspannt, dass er mit einem hässlichen Geräusch direkt vor den Augen von Millionen Zuschauern zerbrach. Das Internet quittierte den Auftritt mit einer Welle der Fremdscham, die selbst hartgesottene ESC-Veteranen erschaudern ließ.
Einzig Go-Jos Beinkleid rettet die Quote
Inmitten dieses musikalischen Trümmerfeldes gab es jedoch ein Detail, das die Gemüter – wenn auch auf gänzlich andere Weise – erhitzte. Es war nicht die Stimme, nicht der Rhythmus und schon gar nicht der Text, der für Begeisterung sorgte. Vielmehr war es die Anatomie, beziehungsweise die überaus vorteilhafte Verpackung derselben, die für Gesprächsstoff sorgte.
Die überaus eng geschnittene Hose des Künstlers Go-Jo wurde zum unfreiwilligen (oder wohlkalkulierten?) Star des Abends. „Bin ich die einzige, die ständig zwischen seine Beine starren muss?“, fragte eine Userin stellvertretend für viele, die von der musikalischen Darbietung längst abgeschaltet hatten. Ein anderer Kommentar konstatierte trocken: „Go-Jo weiß definitiv, was er hier wirklich verkauft.“
Go-Jos Auftritt brachte die Fans in Wallung
Tatsächlich schien das Beinkleid des Sängers der einzige Aspekt des Auftritts zu sein, dem das Publikum etwas abgewinnen konnte. Während der Song „Austrialia“ sang- und klanglos durchfiel, wurde Go-Jos „bestes Stück“ zum viralen Lichtblick einer ansonsten finsteren Nacht.