2024 mischte Voodoo Jürgens die Kino-Szene auf: Jubel und Preise für „Rickerl". Jetzt macht er wieder als Strizzi-Rocker von sich reden: Mit dem neuen Album „Gschnas“, einer großen Österreich-Tour und dem oe24-Interview.
Nach Kulthits wie „Heite grob ma Tote aus“, drei Amadeus Awards und dem Film-Hit „Rickerl“, für den er beim Österreichischen Filmpreis sogar als „Bester männlicher Darsteller“ ausgezeichnet wurde, liefert Strizzi-Rocker Voodoo Jürgens jetzt das neue Album „Gschnas“ und eine große Österreich-Tournee. Im oe24-Interview spricht Voodoo über …
… Gschnas“: Das Wort ist mir im Rechercheprozess untergekommen, das ist ein gutes Wort, auch weil es nicht mehr viel verwendet wird. Spannend: Das ist eigentlich gar kein Wiener Begriff, sondern kommt aus dem Althochdeutsch. Ich mag es aber gerne Worte in anderen Kontext zu setzen: Das ganze Jahr ist ein Gschnas. Das wäre meine Wunschvorstellung.
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… seine persönlichen Gschnas-Erinnerungen: Ich habe natürlich meine Episoden von früher und da gibt es wohl auch das eine oder andere peinliche Kinderfoto.
..Druck: Es gibt den Ansatz, dass ich mich nicht wiederholen möchte. Und deshalb gab es für diese Platte die Idee, dass wir zuerst die Musik aufnehmen und ich dann die Texte drüber schreibe. Das hat natürlich den Druck erhöht. Das hat mich gestresst. Denn der Text ist mein Kaffee. Da kann mir keiner helfen. Und so habe ich dann auch ein Lied über den „Zweifel“ gemacht. Ich werde das Rad jetzt nicht neu erfinden, aber ich kann Dinge anders umsetzen. Als Künstler ist es mir wichtig, weiterzukommen und es für mich spannend zu halten. Ich vertraue darauf, dass das auch kompatibel ist mit einem Publikum.
…Risiko: Man geht mit jedem Album das gleiche Risiko ein: Entweder wird es angenommen oder nicht. Aber man kann sowieso nie allen recht machen. Es wird Leute geben, die sagen, die ersten Platten waren viel besser. Andere wieder werden sagen, dass es eine konsequente Weiterentwicklung ist. Ich selbst habe ein gutes Gefühl: Ich finde, es ist eine runde Platte geworden.
…Erfolg: Ich ziehe mich nun deshalb mehr zurück, denn das macht mich eher skeptischer.
... seine Texte: Milieusprache hat mich schon immer interessiert. Ich fühle mich weniger als Wächter der Sprache, sondern bin froh darüber eine Sprache gefunden zu haben, die sich nicht jedem gleich total offenbart. Die Rätsel offen lässt. So wie bei „Kasiba“: Das sind im Gefängnis die Zettel, die weitergegeben werden. Kleine Nachrichten, mit denen sich die Häftlinge austauschen.
… seine Chart-Erwartungen: Wenn es in die Charts einsteigt ist es schön. Wo es einsteigt weiß ich nicht. Es ist heutzutage schwierig zu sagen, wer jetzt wirklich Platten kauft und wer nicht. Es gibt ja genug Künstler, die ihre Zahlen auf Spotify frisieren und anscheinend Millionen Hörer haben und dann kommen keine Leute zum Konzert. Mir ist es wichtiger, das die Leute zu den Konzerten kommen.
… die Tour: Ich will den Drive der neuen Songs auf die alten Songs transferieren und dadurch alles lebendiger und spannender machen. Wir sehen uns als fahrendes Volk, dass unser Material an die Leute bringt.
… das Wien-Konzert am 24. September in der Open Air Arena: Die Arena ist mir sympathischer als die Stadthalle. Die wäre wohl der nächste Step, aber Masse ist jetzt nicht das, was ich interessant finde. Da spiele ich lieber zwei Wien-Konzerte! Man sollte auch von dem Gedanken wegkommen, dass sich alles immer steigern muss.
... den Film-Hit „Rickerl“: Der Erfolg in diesem Ausmaß hat mich überrascht. Ich schraube meine Erwartungen nie so hoch, deshalb ist es dann umso schöner, wenn es funktioniert. Und man dafür von der Branche ausgezeichnet wird. Wobei eigentlich zählt für mich ja nur das Publikum.
Voodoo Jürgens mit oe24-Reporter Thomas Zeidler-Künz
... seine Schauspiel-Pläne: Es gibt ein paar Angebote und ich werde wahrscheinlich im 27er Jahr wieder einen Film machen.
… den Song Contest: Lustig, dass man den jetzt in einer gefühlt kurzen Zeit zweimal in Österreich hat. Ich schaue mir das aber nicht an. Für mich ist das nicht wirklich Musik.
Interview: Thomas Zeidler-Künz