Play-off-Krimis

Italien verhaut WM-Traum erneut - Türkei ist dabei

Zum zweiten Mal fährt Bosnien und Herzegowina zur Weltmeisterschaft, ein Krimi nach Elfmeterschießen lässt die Italiener nun seit 2014 und noch bis zumindest 2030 auf die WM warten. Ebenfalls dabei sind Schweden, Türkei und Tschechien

Italien muss zum dritten Mal in Serie bei einer Fußball-WM zuschauen. In einem dramatischen Entscheidungsspiel in Bosnien-Herzegowina platzte der WM-Traum der Squadra Azzurra am Dienstag nach langer Unterzahl mit 1:4 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten war es 1:1 gestanden. Die Türkei qualifizierte sich durch ein knappes 1:0 im Kosovo um Ex-ÖFB-Teamchef Franco Foda erstmals seit 24 Jahren für eine WM, Schweden jubelte im Play-off-Finale über ein spätes 3:2 gegen Polen.

Tschechien sicherte sich gegen Dänemark ebenfalls im Elfmeterschießen (3:1) die erste WM-Teilnahme seit 20 Jahren. Die Bosnier, Zweiter in der Österreich-Gruppe, sind zum zweiten Mal nach 2014 auf der größten Fußballbühne dabei. Damit stehen 46 von 48 Teilnehmern für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada fest. Zwei Plätze werden noch in den interkontinentalen Play-offs in Mexiko zwischen Jamaika und der Demokratischen Republik Kongo sowie Irak und Bolivien ausgespielt.

Italien schwächt sich mit Roter Karte

In Zenica erlebten die Italiener ein Drama. Wie geplant ging die Elf von Teamchef Gennaro Gattuso durch Moise Kean (15.) früh in Führung. Der Fiorentina-Stürmer verwandelte nach einem Patzer von Bosnien-Tormann Nikola Vasilj eiskalt. Danach diktierten die Bosnier aber das Spiel. In der 41. Minute flog zudem Italiens Abwehrchef Alessandro Bastoni nach einer Notbremse gegen Amar Memic vom Platz. Nach einer Stunde hatte Kean nach einem Sprint über das halbe Feld das 2:0 auf dem Fuß, schoss aber knapp drüber.

Auf der Gegenseite setzten die Bosnier den viermaligen Weltmeister mit viel Ballbesitz stetig unter Druck. In Minute 72 entschärfte Gianluigi Donnarumma noch einen Flachschuss des eingewechselten Salzburgers Kerim Alajbegovic. Dann schlug der Ex-Austrianer Haris Tabakovic (79.) acht Minuten nach seiner Einwechslung nach einem Abpraller zu und euphorisierte damit das bosnische Publikum.

Es ging in die Verlängerung, wo beide Mannschaften zu Chancen kamen. Eine Entscheidung fiel aber erst im Elfmeterschießen. Dort versagten Francesco Pio Esposito als erstem italienischen Schützen sowie Bryan Cristante die Nerven. Bei den Bosniern trafen alle vier Schützen, darunter Tabakovic und Alajbegovic.

Bosnier vom Punkt eiskalt

Die Türkei dominierte im Kosovo zwar das Spielgeschehen, kam aber lange zu keinen Großchancen. Im Regen von Pristina fand die Foda-Elf in der ersten Hälfte sogar die gefährlichste Möglichkeit vor, einen Versuch von Fisnik Asllani lenkte Türkei-Schlussmann Ugurcan Cakir noch an die Latte (29.).

In der 53. Minute drückte Goldtorschütze Kerem Aktürkoglu einen Schuss von Orkun Kökcü zur viel umjubelten Führung für die Mannschaft von Teamchef Vincenzo Montella über die Linie. Der Treffer besiegelte die dritte WM-Teilnahme der Türkei nach 1954 und 2002, Kosovo verpasste das WM-Debüt nach guter Leistung knapp.

Italien verhaut WM-Traum erneut - Türkei ist dabei
© APA/AFP/ARMEND NIMANI

Gyökeres schoss Schweden zur WM

In Solna entwickelte sich in der Neuauflage des Play-off-Finales vor vier Jahren, das Polen mit 2:0 für sich entschieden hatte, eine spannende Begegnung. Anthony Elanga brachte die Gastgeber mit einem platzierten Schuss in Führung (20.), die in der Folge dominanten Polen glichen durch Nicola Zalewski (33.) verdient aus. Kurz vor der Pause köpfelte Gustaf Lagerbielke (44.) die effektiven Schweden wieder in Front. Nach dem Seitenwechsel gelang Karol Swiderski (55.) der erneute Ausgleich. Doch Arsenal-Stürmer Viktor Gyökeres (88.) bewies kurz vor Schluss seinen Torinstinkt und versenkte einen Abpraller aus kurzer Distanz im Netz.

Italien verhaut WM-Traum erneut - Türkei ist dabei
© APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND

Tschechien erwischte in Prag gegen Dänemark einen Traumstart. Pavel Sulc zog in der dritten Minute von der Strafraumgrenze ab und traf sehenswert ins lange Eck. Die Gäste drängten auf den Ausgleich und belohnten sich durch einen Kopfball von Joachim Andersen (72.). In der Verlängerung brachte Ladislav Krejci die Gastgeber auf die Siegerstraße (100.), doch Kasper Högh (111.) erzwang doch noch ein Elfmeterschießen, in dem die Tschechen die besseren Nerven hatten.

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