Die Danube Dragons führten die AFC Vienna Vikings zum Start in die neue AFL-Saison mit einer 35:14-Gala vor.
Die lang erwartete Neuauflage des Vorjahresfinales zum Auftakt der AFL-Saison zwischen den Danube Dragons und den Vienna Vikings wurde zur Machtdemonstration der Donaufelder. Nach dem Titel-Wirbel im Vorjahr kündigte der neue Head Coach Michael Hönig im Vorfeld bereits an, dass man die Antwort auf dem Platz geben will. Das gelang den Drachen mit einer 35:14-Gala dank des neuen Quarterbacks Walter Kuhlenkamp gegen den Stadtrivalen.
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Das Spiel begann mit einer kuriosen Verspätung, weil die Rettung noch nicht vor Ort war. Doch um 14.10 Uhr konnte die neue AFL-Saison dann tatsächlich mit einem Kick-off der Vikings eröffnet werden. Erstmals durfte der neue Dragons-Quarterback Walter Kuhlenkamp sein Können zeigen. Während es beim Passspiel noch Abstimmungsprobleme gab, zeigte er im Laufspiel, dass er für die gegnerischen Verteidiger zur Gefahr werden kann.
Doch genau das Laufspiel war es, das den ersten Touchdown der Partie mit sich brachte. Kurz vor der Endzone der Vikings wollte Kuhlenkamp den Ball selbst zu seinem ersten AFL-Touchdown laufen. Doch er verlor das Ei und die WIkinger konnten den Fumble aufnehmen und in Person von Luis Ecker zur Führung retournieren. Auch beim zweiten Ballbesitz der Drachen gab es für die Hausherren keine Punkte. Ein starker Lauf von Kuhlenkamp und mehrere vielversprechende Pässe wurden aber 20 Yards vor der Vikings-Endzone gestoppt. Auch der Field-Goal-Versuch blieb erfolglos und so kam nach 10 Minuten Spielzeit erstmals die Vikings-Offense mit US-Quarterback Russell Minor-Shaw aufs Feld.
Minor-Shaw-Fehler bringt Ausgleich
Auch der Vikings-Spielmacher erlebte einen wahren Kaltstart kurz vor Ende des ersten Viertels. Genauso wie sein Gegenüber verlor er tief in der eigenen Hälfte bei einem Laufversuch den Ball, den die Dragons aufnehmen konnten. Der Ballverlust wurde von den Hausherren auch bestraft. Kuhlenkamp führte sein Team über das Feld und konnte unter starker Bedrängnis mit einem Traumpass auf Moritz Dungler zu seinem ersten Touchdown den Ausgleich erzielen.
Auch der nächste Ballbesitz der Vikings war nicht von Erfolg gekrönt. Zweimal übersah man die Zeit und nach einem Quarterback-Sack von Rückkehrer Destiny Idiahi wechselte der Ballbesitz abermals. Sechs Minuten vor der Pause hatte es die Vikings-Offense noch kein einziges Mal in die Hälfte der Stadtrivalen geschafft.
Die Dragons konnten viel Zeit von der Uhr nehmen und mit 19 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff stand man wieder vor der Endzone der Wikinger. Man entschied sich, den vierten Versuch auf der 10-Yard-Linie auszuspielen. Der Mut machte sich bezahlt. Mit 13 Sekunden auf der Uhr konnte Kuhlkenkamp noch vor der Pause mit einem Touchdown-Pass auf Uzay Nafile tatsächlich noch in Führung gehen und so ging es mit 14:7 in die Kabinen.
Kuhlenkamp mit Traum-Debüt
Auch nach dem Seitenwechsel war das Bild unverändert. Die Vikings-Offense kam weiter nicht in Fahrt und mit dem ersten Ballbesitz der Dragons im dritten Viertel konnte man gleich auf 21:7 erhöhen. Kuhlenkamp nahm sich tief in der eigenen Hälfte ein Herz und brachte den Ball mit einem Monster-Lauf in die Endzone und erzielte unter dem tosenden Jubel in der gut besuchten Donaufeld-Arena sein Team auf Sieg-Kurs.
Jetzt übernahmen die Hausherren endgültig die Kontrolle gegen den Erzrivalen. Direkt beim Kick-off-Return patzten die Wikinger erneut, der nächste Fumble führte sofort wieder zu einem Ballbesitz der Drachen in guter Feldposition. Profiteur war abermals Dungler, der mit seinem zweiten gefangenen Touchdown-Pass des Tages auf 27:7 die Dragons-Party endgültig einläutete.
Denn auch der nächste Kick-off der Dragons ließ die Heimmannschaft jubeln. Ein hoher Kick wurde von den Vikings berührt und konnte abermals von den Donaufeldern erobert werden. Mit der nächsten Ballberührung feuerte Kuhlenkamp erneut in die Endzone und fand Samuel Imarhiagbe zum nächsten Touchdown. Auch die folgende Two-Point-Conversion war erfolgreich und so stand es schon 35:7, jetzt funktionierte alles bei den Dragons und die Vikings waren zunehmend frustrierter.
Schwaches Schlussviertel
So ging es auch zum letzten Seitenwechsel, die Vikings erlebten einen rabenschwarzen Tag und konnten weiter nicht Fuß fassen. Ein kleiner Funken Hoffnung auf Seiten der Vikings kam nach einer Interception von Daniel Kromer noch einmal auf, doch auch diesmal konnte die Offense die Chance nicht nutzen. So bekamen die Dragons erneut den Ball und ließen die Uhr weiter runterlaufen.
Drei Minuten vor Schluss bekamen die Vikings abermals die Chance, das totale Debakel zum Auftakt zu verhindern. Ein tiefer Pass von Minor-Shaw fand zwar nicht seinen Abnehmer, durch eine Pass-Interference-Strafe der Dragons konnte man aber zumindest erstmals im ganzen Spiel in der Hälfte der Hausherren den Angriff fortsetzen.
Und dann war es doch so weit. Ein weiterer tiefer Passversuch von Minor-Shaw fand Maximilan Moser, der mit dem Touchdown zum 35:14 immerhin Schadensbegrenzung betreiben konnte. Die Dragons kamen wieder in Ballbesitz und konnten mit zwei Minuten auf der Uhr den Sieg in trockene Tücher bringen. Man musste zwar ein weiteres Mal den Ball abgeben, am klaren Auftaktsieg änderte das allerdings nichts mehr.
Dragons-Coach zurückhaltend.
Trotz des Sieges verhalten zeigte sich Dragons-Head-Coach Hönig: "Wir haben schon vieles sehr gut hinbekommen, aber wir haben vieles nicht clean gemacht. Wir haben noch einiges zu tun, die ganze Saison ist ein Marathon und kein Sprint. Der Sieg gibt uns ein super Gefühl."
Auch sein Gegenüber Benjamin Sobotka war trotz der klaren Niederlage noch nicht nervös: "Wenn es schief geht, dann geht alles schief. Es sind uncharakteristische Sachen passiert, die nicht zu uns als Football-Team passen. Wir haben viele Sachen, die wir fixen müssen, aber es ist Runde 1 von 10 in der AFL, es ist ein Heavyweight-Fight, aber der Fight endet erst, wenn die dicke Dame gesungen hat."