Umweltschützer laufen Sturm | Polnischer Wirt will Robbenfleisch am Speiseplan haben

Umweltschützer laufen Sturm

Polnischer Wirt will Robbenfleisch am Speiseplan haben

Gastwirt will Robbenfleisch als Spezialität auf polnischer Halbinsel verkaufen.

Auf der polnischen Halbinsel Hel bei Danzig (Gdansk) kämpft ein Gastwirt, um Robbenfleisch als regionale Spezialität anbieten zu dürfen. Der Vorstoß von Restaurantbesitzer Piotr Lisakowski aus Jastarnia stößt bei Natur- und Umweltschützern allerdings auf entschiedenen Widerspruch, berichtete die Zeitung "Dziennik Baltycki".

"Robben sind in Polen weiterhin eine geschützte Art", betonte Krzysztof Skora, Leiter der Robbenaufzuchtstation auf Hel. Lisakowski dagegen meint: "Das ist eine Rückkehr zur Küche unserer Vorfahren." Noch in den 1950er-Jahren habe Robbenfleisch zum Speiseplan polnischer Ostsee-Fischer gehört. Der Gastronom will nun herausfinden, ob sich die Vorschriften lockern lassen, und verweist darauf, dass unter bestimmten Umständen auch das Fleisch der ebenfalls geschützten Wisente in Restaurants angeboten werden kann.

Ein Sprecher der Naturschutzorganisation WWF erinnerte unterdessen daran, dass Robben ein Schlussglied der Nahrungskette sind - in ihrem Organismus sammelten sich daher viele Schadstoffe an. Allein diese Tatsache könnte vielen Menschen allerdings den Appetit auf Robbenfleisch verderben.