Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderieren im Mai den Song Contest. Im oe24.TV-Interview sprechen sie über ihre ESC-Gesangseinlage, den großen Foto-Aufreger und das unfaire O-Punkte-Voting.
Sie moderieren den Song Contest. Aufgeregt?
Victoria Swarovski: Es ist positive Nervosität auf den Eurovision Song Contest hin. Ich freue mich jetzt einfach, dass es jetzt losgeht und dass wir ja bald auf die Bühne dürfen.
Michael Ostrowski: Ich habe jetzt schon so oft gehört, dass das so eine große Show ist, dass es jetzt langsam schon wieder ein bisschen weniger aufregend ist. Und das ist gut so.
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Wie bereitet man sich auf so eine Millionenshow vor?
Swarovski: Auf jeden Fall schaut man sich die Shows davor an und pickt sich natürlich die besten Sachen raus, die sich für einen vielleicht gut anfühlen. Das entscheiden aber letztendlich nicht wir beide, sondern ein riesengroßes Team.
Wieviel darf man selbst einbringen?
Ostrowski: Höflicherweise fragen sie uns, ob das okay ist. Es gibt ja viele Besprechungen und Bühnenproben. Auch für die einzelnen Einlagen, die wir machen.
Eine davon ist ja eine Gesangseinlage. Mit JJs Siegerhymne.
Swarovski: Ob man das singen nennen kann das ist die Frage (lacht)
Ostrowski: Da ranken sich noch Mythen und Geheimnisse rund um diesen Auftritt.
Swarovski: JJ hat natürlich eine fantastische Stimme. Das kann man natürlich nicht mit unseren beiden Goldkehlchen vergleichen.
Ostrowski: Ich singe schon auch die „Zauberflöte“ ganz gern. Auch „Königin der Nacht“ gehört zu meinem Repertoire. Aber wir werden uns dem Song annehmen, aber wie wir ihn wiedergeben, ist noch ein Geheimnis.
Sie stehen 12 Mal auf der Stadthallen-Bühne. Das schaffen nicht einmal die weltgrößten Popstars
Swarovski: Ich finde es gut, dass es für jede TV-Show quasi 3 Proben gibt. Da sind wir dann intuitiv drinnen. Es wird schon eine harte Woche, aber es wird eine sehr schöne Woche und am Ende wird der Beste gewinnen. Wir sind gespannt, wer das sein wird.
Wie bereitet man sich auf den ESC vor? Hört man sich alle 35 Songs an?
Ostrowski: Ich höre jetzt derzeit einmal alle Alben von Metallica durch. Das ist einmal meine Basis. Und dann schaue ich weiter.
Swarovski: Natürlich hört man sich vorab die ganzen Acts an, aber man muss ja auch sagen, man hört sie auch oft genug. Stolz ist man natürlich auf Österreich. Ist ja klar, als Gastgeberland fiebert man da natürlich mit. Das ist ja logisch. Aber wir drücken allen ganz fest die Daumen, weil es ist jeder einzelne Song besonders auf seine Art und Weise. Und deswegen ist es ganz egal, wer gewinnt.
Ihre persönliche Song-Contest-Historie?
Swarovski: Ich habe mich ja schon mal beworben um für Österreich als Teilnehmerin anzutreten, jetzt bin ich aber eigentlich ganz froh, dass es die Moderation geworden ist.
Ostrowski: Ich habe immer mitgelitten mit den österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es war ja ganz oft auch der letzte Platz. Ich habe es wirklich von Kindheit an verfolgt. Es ist eine lustige Veranstaltung. Mit sehr vielen geschmacklichen Verirrungen.
Swarovski: Wir haben ja am öftesten den letzten Platz erreicht. Zusammen mit Norwegen und der Schweiz.
Es gab auch sehr oft 0 Punkte
Swarovski: Ja, aber das heißt ja nichts! Bei diesem Voting Procedure, bekommen ja nur die Top 10 Länder Punkte. Von 12 bis 1 runter. Das bedeutet aber auch, wenn man auf dem 11. Platz landet, was ja nicht schlecht ist, kriegt man einfach 0 Punkte. Und da ist es immer gemein zu sagen, dass wir 0 Punkte bekommen haben und Letzter sind.
Ostrowski: Wahrscheinlich waren wir ganz oft Elfter. Diese 0 Punkte heißen nichts. Dafür haben wir es zweimal gewonnen in den letzten 10 Jahren. Das ist ja auch nicht nichts.
Ihr persönlicher Song Contest Favorit?
Ostrowski: Es gibt zwei: "Zusammen geh'n" von Tony Vegas und "Rise Like A Phoenix" natürlich. Dazu hat mich natürlich Udo Jürgens ein Leben lang begleitet.
Man sagt, als Song Contest-Sieger ist man unsterblich. Was ist man als Song Contest-Moderator?
Ostrowski: Unbegreiflich. „Warum tust du dir das an?“ habe ich auch schon öfter gehört.
Stellt man sich diese Frage selbst auch?
Ostrowski: Nein. Ich stelle es mir so nicht. Ich habe einen klaren Grund. Einer davon steht neben mir und es gibt noch viele andere Gründe, warum man das macht. Und ich finde, wenn man gefragt wird, dann sollte man gefälligst „Ja“ sagen.
Wie haben Sie den Sieg von JJ mitbekommen? Und hat man da schon an das mögliche Moderieren gedacht?
Swarovski: Ich habe tatsächlich vor dem Fernseher mitgefiebert und es war schon sauspannend! Und dann sitzt du schon da und fieberst total mit. Auch weil ich Österreicherin bin und stolz darauf, dass der JJ das nach Hause geholt hat . Und umso cooler ist es natürlich, dass man jetzt den Eurovision Song Contest 2026 auch moderieren darf.
Ostrowski: Ja genau
Das Finale dauert sicher wieder an die 4 Stunden…
Ostrowski: Ich schaue mir vorher keinen Text an. Das wäre jetzt schon feig. Text lernen. Nein, wir werden sicher gut vorbereitet sein. Das ist alles kein Ding. Ich finde ja viermal die gleiche Show machen anstrengend. Da ist mir ja schon nach dem ersten Mal fad.
Rund 170 Millionen Zuseher sind via TV dabei
Swarovski: Es ist witzig, weil uns das wirklich jeder sagt. Doch umso öfter man diese Zahl hört, umso weniger spektakulär ist sie! Natürlich hat man diese 170 Millionen immer im Hinterkopf, aber im Ende macht man die Show nur für die Leute in er Halle von denen man das direkte Feedback bekommt. Die, die vor dem Fernseher sitzen, die sieht man ja nicht. Also werden wir das schon wuppen.
Ostrowski: Es ist ja auch nicht so wichtig, ob es jetzt 165 oder 171 Millionen sind. Das ist wurscht
Swarovski: Wir freuen uns aber über jeden Zuseher, der einschaltet.
Ihre Quoten-Erwartungen?
Ostrowski: 94 Prozent. Das ist meine Vorgabe. Die will ich erfüllen.
Zuletzt gab es Aufregung um ihr gemeinsames Presse-Foto
Swarovski: Witzig, dass sie das jetzt ansprechen: Vorgestern hat mir das irgendjemand gesagt. Ich habe das gar nicht verstanden mit der Hand. Von welchem Bild reden wir eigentlich? (Zu Ostrowski:) Hast du das mitgekriegt?
Ostrowski: Im Nachhinein. Ich habe es nicht gelesen, weil ich mich grundsätzlich weigere, so etwas zu lesen. Doch nachdem mich meine Kinder darauf angesprochen haben, habe ich es mir dann angesehen: Es ist lachhaft, dass das eine sexistische Pose ist.
Swarovski: Also da lachen wir darüber. Ein Foto ist da eigentlich nebensächlich.
Frau Swarovski, Sie sind die Rally Paris Dakar gefahren. Jetzt kommt der Song Contest. Was ist schwieriger
Swarovski: Ha, das kann ich Ihnen erst danach beatworten. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: Die Rally Paris Dakar war Hardcore, aber ich habe es ganz gut hingekriegt. Und ich bin mir sicher, dass ich auch den Song Contest gut hinkriegen werde.
Für den Song Contest müssen Sie bei „Let’s Dance“ aussetzen.
Swarovski: Ich mache ja „Let's Dance“ auch weiterhin. Währenddessen und setze nur eine Show aus. In der Hauptwoche. Und das ist auch gut so. Denn da muss man sich wirklich fokussieren. Doch danach geht es genauso wieder weiter.
Ostrowski: Das ist bei mir genauso: Ich fahre nachher zur Paris Dakar und dann könnte es zu „Let’s Dance“ gehen. Das ist aber noch Zukunftsmusik.
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski mit oe24-Reporter Thomas Zeidler-Künz
Ihr erster Gedanke, als es hieß, dass sie gemeinsam moderieren?
Swarovski: Ich habe mich total gefreut. Wirklich! Man merkt es ja sofort. Wir haben uns bei unserem ersten Fotoshooting persönlich kennengelernt. Man merkt in den ersten 10 Sekunden, ob du dich mit jemandem verstehst oder nicht. Ich schätze ihn unfassbar. Es ist wirklich cool, mit ihm zusammenzuarbeiten, denn man lernt auch wahnsinnig viel, weil er viele Dinge anders sieht, was ich gut finde. Denn das triggert natürlich ganz andere Punkte. Ich freue mich unfassbar, dass wir zusammenarbeiten können. Er ist ein sehr strukturierter Mensch. Wir sind gut eingespielt und spielen uns bis zum ECS noch viel besser ein.
Ostrowski: Viktoria ist im besten Sinne des Wortes ein Arbeitsviech. Sie will das und sie will es gut machen.
Interview: Thomas Zeidler-Künz