Anlässlich ihres neuen Formats „Kampf der RealityAllstars“ reflektiert die Wiener TV-Ikone Arabella Kiesbauer tiefgründig über mediale Verantwortung, gesellschaftliche Rückschritte und ihren persönlichen Rückzug in die Stille der heimischen Berge.
Sie prägte das Fernsehen der Neunzigerjahre wie kaum eine andere und ist heute eine der beständigsten Größen der österreichischen und deutschen Medienlandschaft. Arabella Kiesbauer, die Wienerin mit dem unverkennbaren Charisma, gewährt anlässlich des Starts von „Kampf der RealityAllstars“ tiefe Einblicke in ihre Sicht auf das Genre, ihren persönlichen Rückzugsort in den Bergen und den Umgang mit den Schattenseiten des Ruhms.
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In der neuesten Produktion von RTLZWEI führt die 57-jährige Moderatorin erneut durch das Geschehen am thailändischen Strand. Doch wer glaubt, Reality-TV sei für die erfahrene Journalistin lediglich seichte Unterhaltung, der irrt. Für Kiesbauer ist das Format Spiegelbild gesellschaftlicher Dynamiken – und eine Aufgabe, die sie mit gewohntem Perfektionismus angeht.
Ein beruflicher Werdegang zwischen Kultstatus und Konstanz
Arabella Kiesbauer ist weit mehr als nur ein TV-Gesicht; sie ist eine Institution. Ihr Werdegang liest sich wie eine Erfolgsgeschichte des modernen Entertainments:
- Die Ära „Arabella“: In den 1990er-Jahren avancierte sie mit ihrer täglichen Nachmittagstalkshow zum Fixstern am deutschen Medienhimmel.
- Heimische Erfolge: In Österreich festigte sie ihren Status als Publikumsliebling unter anderem durch Formate wie „Bauer sucht Frau“ und „Bares für Rares“.
- Die Allstars-Premiere: Nun moderiert sie die erste Staffel der „Allstars“-Edition von „Kampf der Realitystars“ (Auftakt am Mittwoch, 8. April, auf RTL+ sowie ab 15. April jeweils mittwochs und sonntags um 20.15 Uhr bei RTLZWEI).
„Mare e Monti“: Die Balance zwischen Scheinwerferlicht und Berggipfel
Trotz des Glamours am thailändischen Set sucht Kiesbauer ihren Ausgleich privat in der Reduktion. Angesprochen auf ihre Urlaubsvorlieben, offenbart sie eine tiefe Verbundenheit zur Natur: „Der Strand bei 'Kampf der RealityAllstars' ist natürlich ein Traum. Privat bin ich für 'mare e monti'. Im Idealfall kombiniere ich also gerne beides miteinander. Ich gehe wandern – 'aufe auf'n Berg' heißt das bei uns in Österreich – aber ich liege auch mit Genuss gechillt am Strand und schwimme im Meer.“
Das Wandern dient der Moderatorin dabei fast als meditative Praxis. Nach intensiven Wochen im Studio sei die Natur der Ort, an dem sie die Last des Alltags abstreifen könne: „Ich kann sofort den Schalter umlegen und bin im Erholungsmodus. [...] Das hat etwas Therapeutisches, denn ich kann das, was war, im Tal zurücklassen und oben frei durchatmen. Auf dem Gipfel kann ich das Gewesene vergessen.“
Perfektionismus und gesellschaftliche Verantwortung
Hinter der stets souveränen Fassade steckt eine Frau, die nichts dem Zufall überlässt. Kiesbauer selbst bezeichnet sich als Perfektionistin, die sich ihrer Rolle als „letztes Glied in der Kette“ bewusst ist. Diese Ernsthaftigkeit zieht sich auch durch ihre Einschätzung der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage.
In einem Klima, das von zunehmender Polarisierung und Hassrede im Netz geprägt ist, blickt sie mit Sorge auf die Entwicklungen in Österreich und Deutschland. Das traumatische Erlebnis des rassistischen Briefbomben-Attentats von 1995 bleibt dabei ein Teil ihrer Biografie, der sie zwar die Unschuld, aber nicht die Lebensfreude geraubt hat. „Entsetzlich. Es ist grauenvoll und ein absoluter Rückschritt“, urteilt sie über die aktuelle politische Stimmung. „Momentan habe ich das Gefühl, wir bewegen uns zurück. Es ist mittlerweile ziemlich zermürbend.“
Unterhaltung mit „regulierender Funktion“
Trotz – oder gerade wegen – dieser ernsten Töne verteidigt Kiesbauer das Genre der Unterhaltung. In Zeiten von Krisen und Depressionen erfülle das Fernsehen eine wichtige Aufgabe. Auch wenn Moderatoren oft als „Unterhaltungs-Kasperl“ abgetan würden, sieht sie darin eine gesellschaftliche Relevanz: „Jeder trägt Verantwortung, aber wenn jemand in der Öffentlichkeit steht, dann umso mehr. Er oder sie hat das Potenzial, vielen anderen Personen ein Vorbild zu sein.“
Mit dieser Haltung beweist Arabella Kiesbauer einmal mehr, dass man im Reality-TV tätig sein kann, ohne den journalistischen Anspruch und die menschliche Tiefe zu verlieren.