Schlafzimmer-Debatte

Streit um "Ehe-Lüge": Simone Lugner wehrt sich gegen Mausi

Im Erbschaftsstreit um Richard Lugner fliegen die Fetzen: Nach der brisanten Aussage von Christina 'Mausi' Lugner wehrt sich Witwe Simone gegen den Vorwurf einer Fassaden-Ehe. Es geht um 24 Millionen Euro und intimste Details aus dem Schlafzimmer des Baumeisters. 

Einst thronte Richard Lugner als unbestrittener Patriarch über seinem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Imperium. Doch kaum war der Baulöwe zur letzten Ruhe gebettet, brach ein juristischer und emotionaler Rosenkrieg aus, der die Grundfesten der Lugner-Dynastie erschüttert. Im Zentrum: Witwe Simone Lugner, die Lugner-Privatstiftung und eine Zeugenaussage, die tief in die Privatsphäre des ungleichen Paares blicken ließ.

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Von einem friedlichen Übergang kann in der Döblinger Villa keine Rede sein. Während die Trauer anhält, wird hinter den Kulissen mit harten Bandagen gekämpft. Jüngst erreichte die Auseinandersetzung einen neuen, bitteren Höhepunkt, als Christina „Mausi“ Lugner erstmals in den Zeugenstand trat. Ihre Schilderungen ließen wenig Raum für Romantik: Die Ehe zwischen Richard und seiner Simone sei, so der Tenor der Aussage, lediglich eine wohlinszenierte Fassade gewesen. Ein Vorwurf, der nicht nur an den juristischen Ansprüchen der Witwe rüttelt, sondern auch an deren Ehre.

Die Replik der Witwe: „Liebe findet im Wachzustand statt“

Nun bricht Simone Lugner ihr Schweigen und setzt zur rhetorischen Gegenoffensive an. Gegenüber oe24 zeigt sie sich fassungslos über die Argumentationslinie der Gegenseite. Dass getrennte Schlafzimmer als Beweis für eine erkaltete Beziehung herangezogen werden, empfindet sie als realitätsfernen Affront. „Die Zeuginnen der Gegenseite stellen das so dar, als würden getrennte Schlafzimmer bedeuten, dass man sich nicht liebt“, konstatiert Simone mit einer Mischung aus Resignation und Kampfgeist. Ihr Gegenargument folgt einer beinahe entwaffnenden Logik: „Das ist absoluter Blödsinn, da die Unternehmungen im Wachzustand und nicht im Schlaf stattfinden.“ Trotz getrennter Schlafzimmer sei das Liebesleben nicht zu kurz gekommen.

 


 

Für die Witwe wiegt schwer, dass sie sich in der Rolle der Bittstellerin wiederfindet, die die Authentizität ihrer Gefühle beweisen muss. „Fakt ist doch, dass wir verheiratet waren und ich weiß, wie sehr er mich geliebt hat“, so Simone Lugner weiter. Ihr Ziel sei es stets gewesen, den alternden Baumeister glücklich zu machen – eine Mission, die sie durch die nun geforderte Offenlegung intimster Details entweiht sieht.

24 Millionen für den Frieden

Die Forderungen von Simone Lugner sind substanziell: Von 24 Millionen Euro ist die Rede, die ihr aus der Verlassenschaft beziehungsweise der Stiftung zustehen sollen. Ein Betrag, den die Gegenseite offenbar für weit überzogen hält. Das bisherige Angebot der Stiftungsvorstände soll sich auf drei Millionen Euro belaufen – eine Diskrepanz, die den tiefen Graben zwischen den Lagern verdeutlicht.

Belastend sei laut Simone vor allem der prozessuale Zwang zur lückenlosen Dokumentation ihres Ehelebens. Dass sie quasi für jeden gemeinsamen Tag fotografische Belege vorlegen müsse, um den Vorwurf der „Scheinehe“ zu entkräften, empfinde sie als massive psychische Bürde. Es ist die Demontage einer privaten Idylle vor den Augen der Justiz.

Simone Lugner

Simone Lugner

© Andreas Tischler

Warten auf den Herbst

Ein schnelles Ende des Verfahrens ist indes nicht in Sicht. Wie Simone Lugner wissen lässt, wird das juristische Tauziehen erst nach der Sommerpause fortgesetzt. „Angeblich im September“, lautet die Prognose für den nächsten Gerichtstermin. Bis dahin bleibt das Erbe von Richard Lugner ein Schauplatz der Eitelkeiten und der verletzten Gefühle – ein Spektakel, für das der verstorbene Baumeister vermutlich nicht applaudiert hätte.

In der Zwischenzeit bleibt die Frage im Raum, wie viel eine Ehe „wert“ ist und ob sich Liebe tatsächlich in Beweisfotos und Quadratmetern Wohnfläche messen lässt. In Döbling herrscht vorerst Waffenstillstand, doch der September wird zeigen, wie viel Substanz hinter den Kulissen der Lugner-Welt tatsächlich noch vorhanden ist.

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