Sohn gegen Eltern, Mutter gegen Schwiegertochter: Bei der Familie Beckham fliegen die Fetzen – und schuld sind natürlich die Frauen. Obwohl die öffentliche Schlammschlacht der älteste Spross eröffnet hat.
Wer vom Familienstreit der Beckhams bis jetzt nichts gehört hat, kann die letzten Wochen nur ohne Internet verbracht haben, vermutlich in den Bergen, im Urwald oder der Wüste. Begonnen hat der jüngste Eklat mit der Meldung, dass David (50) und Victoria Beckham (51) ihrem Sohn Brooklyn (26) auf Instagram entfolgt sind.
Ein Irrtum, er hat seine Eltern blockiert. Gefolgt wurde diese Enthüllung von seinem Wunsch mit ihnen nur mehr über seinen Anwalt zu sprechen. Der bisherige Höhepunkt des Skandals war eine Reihe von Instagram-Storys, in denen der älteste Beckham-Spross gnadenlos mit seiner Familie abrechnete und vor allem seiner Mutter, schwere Vorwürfe machte.
Die Abrechnung
Die Kurzfassung seiner Vorwürfe: David und Victoria hätten die Presse jahrelang mit unwahren Storys gefüttert, weswegen er nun keine andere Wahl hat, als selbst an die Öffentlichkeit zu gehen und für sich selbst zu sprechen. Seine Eltern hätten kontinuierlich versucht, seine Beziehung zu seiner Frau Nicola Peltz (31) zu zerstören, die Schauspielerin angegriffen und ihn aus ihrem Leben gesperrt.
Und dann war da noch dieser Hochzeitstanz mit seiner Frau, den Victoria einfach gestohlen hat. „Sie hat sehr unangemessen mit mir getanzt“, schrieb Brooklyn Beckham, „ich habe mich nie in meinem Leben unwohler oder erniedrigter gefühlt.“
Viele Wahrheiten
Jetzt hat jeder, der die Beteiligten mehr, weniger oder auch gar nicht kennt, etwas zu dem öffentlichen Familienstreit zu sagen. Die einen stellen sich hinter die ungerecht behandelte Nicola und stellen Designerin Victoria als alterndes Schwiegermonster dar, das sich von der Schönheit einer jüngeren Frau bedroht fühlt. Die anderen unterstützen Victoria, die liebende Mutter, und skizzieren Nicola als teuflische Tochter eines milliardenschweren Wall Street-Bullys, die seine gnadenlosen Praktiken übernommen hat.
Was dabei auffällt: Wieder sind die Frauen schuld – und Brooklyn Beckham, der die Schmutzwäsche in die Öffentlichkeit getragen hat, kommt erstaunlich gut weg. Er ist wahlweise das Opfer einer hartherzigen Mutter, die seiner großen Liebe das Leben zur Hölle macht, oder einer Ehefrau, die ihn manipuliert und einen Keil zwischen Brooklyn und seine Familie getrieben hat. Auch wenn nur die Wenigsten wissen, was wirklich war, die Böse ist eine Frau. So verlangt es die Tradition.
Ein Muster
Man muss nicht lange suchen, um Parallelen zu den Windsors zu finden. Auch Prinz Harry (41) hat sich mit seiner Familie überworfen, den Streit zum Medienspektakel gemacht – und verantwortlich ist seine Frau Meghan Markle (44), pardon: Sussex. Warum wir uns so gerne auf Frauen einschießen, sie für das Verhalten von Männern verantwortlich machen und diese zu den Opfern intriganter Mütter oder Geliebten erklären? Es sind sexistische Narrative, die seit Jahrtausenden Tradition haben. Begonnen hat es mit der Geschichte von Adam und Eva, der Schlange und dem Apfel. Umgedacht haben wir bis heute nicht.