Rechtzeitig vor dem Osterfest nahmen die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und Südwind 30 Schokohasen in den heimischen Supermarkt-Regalen genau unter die Lupe. Das erfreuliche Ergebnis: Immer mehr Hersteller setzen auf Nachhaltigkeit – doch es gibt auch klare Verlierer.
Ein neuer Bericht von GLOBAL 2000 und Südwind deckt auf, was wirklich in unseren Schokohasen steckt. Während die Supermarkt-Riesen auftrumpfen, gibt es für vier bekannte Produkte die rote Karte.
Keine Siegel, keine Transparenz – für die Experten ein No-Go. Wer auf Nachhaltigkeit wert legt, sollte um diese Produkte einen Bogen machen, denn sie tragen weder für soziale noch für ökologische Standards ein unabhängiges Zertifikat.
Lindt sorgt für positive Überraschung
Eine deutliche Verbesserung zeigt sich beim Branchenriesen Lindt. Seit Anfang des Jahres lässt das Unternehmen 100 % seines Kakaos zusätzlich durch die „Rainforest Alliance“ zertifizieren. Damit steigt die Quote der Schokohasen mit mindestens einem unabhängigen Gütesiegel auf rekordverdächtige 87 % an – im Vorjahr lag dieser Wert noch bei rund 75 %.
Bestnoten für Supermarkt-Hasen
Fünf Testsieger, die sich bereits in den letzten Jahren als Vorreiter für soziale und ökologische Standards etabliert haben, gewinnen in diesem Jahr erneut das Rennen:
- Der “EZA-Schokohase” aus den Weltläden
- Der “Billa Bio Schokohase”
- Der vegane “Billa Vegavita Bio Schoko Osterhase”
- Der “Spar Natur Pur Bio-Osterhase”
- Der “BIO Osterhase Fairtrade” von Hofer
Sie alle tragen sowohl das FAIRTRADE als auch das EU-Biosiegel. Im Ampelsystem des Osterhasen-Checks bekommen sie deshalb eine doppelt grüne Bewertung.
Diese Marken-Hasen fallen durch
Während viele Hersteller aufrüsten, gibt es bei einigen der beliebtesten Schoko-Produkten Österreichs herbe Kritik. Diese Hasen erhielten im Test eine „doppelt rote“ Bewertung, da sie weder ökologische noch soziale Mindeststandards durch unabhängige Gütesiegel garantieren können. Besonders brisant: Bei manchen Herstellern fehlte es zudem massiv an Transparenz gegenüber den Prüfern:
- Milka Schmunzelhase: Das Kult-Produkt trägt kein unabhängiges Gütesiegel für ökologische oder soziale Kriterien. Zudem wird mangelnde Transparenz kritisiert.
- Ferrero Rocher Osterhase: Auch hier fehlen unabhängige Siegel mit positiven sozialen Auswirkungen, wenngleich erste Strategien zur Besserung erkennbar sind.
- Ferrero Kinder Hohlfigur: Der beliebte Kinder-Klassiker weist ebenfalls keine zertifizierten ökologischen oder sozialen Standards auf.
- Ferrero Yogurette Hase: Das gleiche Bild wie bei den anderen Ferrero-Produkten – im Ampelsystem der Umweltschützer leuchtet hier Rot.
Kritik an konzerneigenen Siegeln
Trotz der positiven Trends warnen die Experten von Südwind vor reinen Konzern-Initiativen. Diese seien oft intransparent und würden unabhängige Kontrollen nicht ersetzen. Während die Mehrheit der Hasen punktet, kassierten vier Produkte eine doppelt rote Bewertung, da sie keinerlei unabhängige ökologische oder soziale Siegel vorweisen konnten.